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Rönigsaal. — Rollar. 5l5
Universität zu Krakau, und kam nach Abtretung von Westgalizien
als Professor des nähmlichen Faches nach Olmütz, dann nach Prag.
Er schrieb: Tbuiskon, oder das Lied der Weibe, Brunn I8!6. —
Der Gürtel der Erde, oder das Lied des Weltbürgertums. (In Hor-
mayr's Archiv 1817.) — Mittelpuncte der Geschichtsforschung und
Geschicht?schreibung in Böhmen undMabren, Olmütz 1821.
Rönigsaal, böhm. Städtchen im Berauner Kreise, am Einflüsse
der Beraun in die Moldau, mit 600 Einw., einer ansehnlichen Zu-
ckerraffinerie, einer Fabrik chemischer Producte, Kattunweberey und
einer vom Fürsten Friedr. ^u Örtingen-Wallerstein 1834 neu
errichteten Volksgewer^sschule. Ein bemerkenswerther Erwerbszweig der
Bewobner dieser Gegend ist das Korbflechten, als: Trag-, Hand- und
Waschkörbe, Wagenftechten u. dgl. m. Auch wird viel Gartenbau und
Obstbaumzucht betrieben; ferner viel Handel mit Kalk und Pflasterstei-
nen. 1292 legte König Wenzel I I . , Ottokar's Sohn, den'Grund
zu der in späteren Zeiten berühmten Cisterzienser-Abtey, und erbaute
allda die Grabstätte der böhm. Landesfürsten, in der er selbst (gest. den 23.
Iuny 1305) am 3. Oct. 1326 an der Seite seines Vaters beygesetzt
wurde. Durch mehrmahlige Feuersbrünste und besonders 1420 durch die
Wuth der Hussiten ward das Stift beynahe zerstört. Kaiser Ferdi-
nand I I . ließ selbes nach erfolgtem Siege am weißen Berge wieder
herstellen. 1785 wurde es aber aufgehoben.
Rörber, Philipp v., k. t. Oberlieurenant in Wien, ist den
26. Dec. 1812 zu Ofen geboren. Für den Milirärstand bestimmt, er-
bielr er seine Bildung in der Akademie zu Wiener-N e ustadt, aus
der er als einer der Vorzüglichsten in die Armee trat. Schon frühe lie-
ferte er in Zeitschriften und Almanache theils poetische, theils prosaische
Versuche, in denen Talent sich offenbarte. 1832 in Italien, legte er
reifere, umfassendere Leistungen in der Zeitschrift „Echo" nieder, histori-
schen, geographischen und landwirtschaftlichen Inhalts. Dem dreyja'h-
rigen Aufenthalte in Italien verdankte er die Sammlung mehrerer
Denkwürdigkeiten, die er theilweise in der 1836 zu Wien gedruckten
Schrift: „Bilder aus der Lombardie," herausgab. Eine neue Folge
soll unter dem Titel „Zerstreute Blüthen," erscheinen. Über K.'s literari-
sche Thätigkeit bat sich das öffentliche Urtdeil lohnend ausgesprochen. Die
k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien ernannte ihn zu ihrem
wirkl. Mitgliede, und die Gesellschaft des vaterlandischen Atheneums für
Künste und Wissenschaften zu Bergamo zu ihrem akademischen Ehren-
mitgliede.
* Roh l , Ludw. , starb den 13. Iuny 1821.
Rol lar, v inc. , ist am 15. Jan. 1797 zu Kranowih, einem
Marktflecken in Preußisch-Schlesien, geboren. Er genvß den ersten
zu welch' letzteren er durch seinen Lehrer Schramm die erste Anregung
erhielt. 13l5 verließ er sein Vaterland, um auf der Wiener Hochschule
die medicin. Studien, denen er sich weihen wollte, zu vollenden. Sein
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie