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522 Rriehuber. — Rrombholz.
rung gestochener und gezeichneter Charten und Pläne bestimmt. Die er-
steren allein belaufen sich auf mehrere Tausende, und bilden nahe an
2,000 verschiedene Werte, außerdem sind auch 73 Atlase vorhanden.
Die dritte Abtheilung enthalt Original - Manuscripte und Acten, welche
sich auf Feldzüqe beziehen. Vie'e selrene und kostbare Documente fin-
den sich in dieser Sammlung, unter andern handschriftliche Befehle,
Berichte :c. der berühmtesten Kriegshelden, so z. B. des Prinzen
Eugen von Savoyen , des Fürsten Ra imund Montecu-
culi :c. Indem Locale des K. - ?l.'s ist auch ein eigenes Zimmer für
jene bestimmt, welche Auizüge, Abschriften:c. von den hier bewahrten
Schätzen machen wollen.
* Rriehuber, Ios. Außer mehreren sebr gelungenen Werken,
welche K. m neuerer Zeit verfertigt, ist besonders das geistvoll gezeich-
nete und litbograohirte Portrar des k. k. Hofcapellmeisters Ritter v.
Eybler (erschienen bey Has l i n g er) , auszeichnend zu erwähnen.
Rrombholz, v inc. Jul ius v., Dr. der Chirurgie und Medi-
cin, k. k. öffenil. orbentl. Professor der Anatomie an der Prager Univer-
sität, Primararzt am k. k. allgem. Krankenhause, Physicus des Taub-
stummen - Instituts, Vorsteher am Waisenhause zu St . Johann
demTaufer, ist geboren am 20. Dec. 1733 zuPolitz im Leitmeritzer
Kreise Böhmens, und verlor seinen Vater, Schullehrer daselbst, schon als
Kind. Sein Oheim, Pfarrer Benno Bennisch, nahm sich seiner
sehr thätig an, leitete ihn durch seinen persönlichen Unterricht frühzeitig
zur Narurbetrachtung, so wie ein in der 'Herboristik kundiger Greis
im Orte in ihm so wie in seinem Enkel, dem Dr. I oh . Eman.
Po hl (s. d.), die Vorliebe für Botanik erregte, welche sich auch ferner-
hin in beyden erhielt, und zur nachmahligen Standeswahl wesentlich
beytrug. K. be;og das damahlige Privatgymnasium zu Leippa, und
legte die öffentlichen Prüfungen zu Leitmeritz, die Humanioren zu
Prag zurück. Nachdem er 1800 als Patriot der akademischen Legions-
fahne gefolgt, und unter derselben wieder zurückgekehrt war, wandte
er sich zum Studium der Philosophie, und da es in seinem Plane lag,
bald zu dem der Medicin zu gelangen, frequentirte er zugleich die
Collegien der Anatomie und Chirurgie. Nach Zurücklegung dieser wid-
mete er sich ganz der Medicin, doch mit steter Vorliebe für Anato-
mie, so daß er 1812 als Prosector angestellt wurde, als welcher er sich
vorzüglich der Freundschaft und wissenschaftlichen Unterstützung der Pro-
fessoren Ochy und Rotten berg er zu erfreuen hatte. Nachdem er
bereits mehrere Concursprüfungen für Lehrämter rühmlich bestanden,
ward er 1314 zum öffentl. ordentl. Professor der theoret. Chirurgie und
Akoloqie, l820 zum Professor der Staatsarzneykunde, 1827 zum
Professor der speciellen Pathologie, der medic. Therapie innerlicher
Krankheiten, und der Klinik für Ärzte, zugleich zum Primararzt des
allgem. Krankenhauses, endlich auf sein Ansuchen 1835 zum Professor
der höhern Anatomie und Physiologie ernannt. Seine rege Vaterlands-
liebe bestimmte ihn nicht nur das Prager anatom. Museum mit Prä-
paraten, das akologische Cabinet mit Instrumenten, Maschinen :c. zu
bereichern, die medic. Klinik mir einer Bibliothek zu versehen, sondern
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie