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Ruefstein, die Grafen. 533
bewog ihn auch mehrere ehrenvolle und vortheilhafte Anerbiethungen
in der Ferne des In - und Auslandes abzulehnen. Auch die durch ihn
als Rector Magnisicus 1832 gegründete Stiftung zur unentgeldlichen
Versorgung anner ertränkter Studirender in abgesonderten Zimmern
des allgem. Krankenhauses und seine eben jetzt ins Leben tretende Reise-
stipendien-Stiftung für ta entoolle junqe Hrzte (Stiftungen, welche
durch den Edelmuch der Großen und Wohlhabenden des Reiches bedeu-
tende Geldzuschüsse erhalten) , wie auch seine liebevolle Behandlung
aller, selbst der ärmsten Kranken dürfte ein Veleq seiner nie erkaltenden
Liede zur Wissenschaft, zum Vaterlande, und zur Menschheit abgeben.—
Im Drucke erschienen von ihm: Abhandlungen aus dem Gebiethe der
gesammtenAkologie, l. Bd. und2. Bds. 1. Abtheilung, Prag 1825—
34. — Gerichtl. medic. Abhandlungen, 2 Hefte, eb. 1831—35. —Die
eßbaren, schädlichen und verdächtigen Schwämme, 3 Hefte, eb. 1831—
34. Mit der Aufnahme zu ihrem Mitgliede beehrten ihn mehrere ge-
lehrte Institute. Die (Inioersität zu Pesth sandte ihm (bey Gelegenheit
der Feyer ihres IWjährigen Jubiläums) das Diplom als Ehrenmitglied;
eben so die Universität zu Charkow; die königl. Gesellschaft der Wis-
senschaften und das National - Museum zu P rag , die k. botanische Ge-
sellschaft zuRegen s b u r g, dann der Verein der Hrzte für Preußen zu
Ber l in, jener der Arzre zu Leivzig, und der Freunde für Staatsarz-
neykunde im Großherzogchum Baden ernannten ihn zu ihrem Mitgliede.
— 1836 ward er in den Adelstand erboben.
Ruefstein (Ruffstem), die Grafen, ein alttyrolisches Geschlecht,
welches seinen Ursprung von Hans K u f f stein er (starb 1274) ablei-
tet, der unter Kaiser Rudo lph von Habsburg die niederösterr.
Landmannschaft erhielt, und die Herrschaften Spi tz und Fein fe ld be-
saß, wovon letztere das eigentliche Scammhaus^ ist. Seine Nachkom-
men machten sich durch treue Dienste um das Haus Ollerreich hochverdient >
und wurden im 16. Jahrhundert, in den Freyherrnstand, zu Anfang des
17. aber in den erbländischen Grafenstand erhoben. 1624 erhielt I oh .
Georg Graf v. K. für sich und seine Nachkommen auch das Oberst-
Erbland - Silberkämmereramt, welches das Geschlecht noch heutigen
Tages bekleidet. Durch dessen beyde Sohne: H a n s I a c o b und Hans
Ludwig theilte sich das Geschlecht in 2 Hauptlinien, und zwar in die
noch blühende ältere, oder O r e i l len st ei n'sche Linie und in die jün-
gere oder oberösterreichische, welche mit dem Tode des I o h . Pre is -
gott's Grafen v. K. und Herrn zu We idenho l z , k. k. General-
majors, 1750 erlosch, und deren Güter in Oberösterreich durch dessen
Schwester Leopo ld ine , vermahlte Gräfinn v. S p i n d l e r und
dessen Tante F ranc isca , verwitwete Gräfinn v. Thü rhe im an
die Grafen v. S p i n d l e r und T h ü r h e i m vererbt wurden. Aus
der ältern Linie sind zu nennen: Hans Ferd. Graf v. K., ö'sterr.
Hofvicet^nzler und Statthalter in Niederöstcrreich, wurde 1737 für
sich und seine Nachkommen in das schwäb. Grafencollegium mit Sitz
und Stimme aufgenommen (starb 1755). Hans A n t o n , dessen Bru-
der, koniql. ungar. Kämmerer und k. k. Generalmajor, geb. 1688,
blieb 1745 bey Hoh enfr i edberg. Fe rd inand Graf v. K., k. t.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie