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538 Rupftrstecherkunst u. Handel mit Rupferst. — Rurrer.
selben Jahres erhielt er die erledigte Professorsstelle der Historienmalerey
an dieser Akademie.
RupferstecherkMst und Handel mit Nupferstichen. Die
Anzahl der Künstler, welche in Kupfer arbeiten, ist in dem österr. Kai-
serstaate, besonders aber in Wien, wohl ziemlich groß. Einige dersel-
ben, z. B. John, Rahl , Steinmüller, Benedetti, Pas-
sini, Franz St ober, Axmann u. a. m. haben sich besonders
ausgezeichnet und Erzeugnisse in verschiedenen Manieren geliefert, die
sich mit guten auslandischen in Parallele stellen können. Neuester Zeit
wurden auch in der Kupferstecherkunst mehrere Verbesserungen gemacht,
welche indeß nicht so wichtig sind, daß sie diesen Kunstzweig, der schon
lange auf hoher Stufe steht, noch bedeutend gehoben hätten. Rücksicht-
lich des Kupferdruckes verdienen Wien und das lombardisch-venetiani.
sche Königreich mit Auszeichnung genannt zu werden. Eine der größten
und besten Druckereyen besteht in Basfano, welche sowohl schwarze
und braune, als auch farbige Abdrücke liefert. Früher war in Wien
der Kupferdrucker Sennso berühmt, daß selbst vom Auslande Platten
zum Abdrucke nach Wien gingen. Neuester Zeit zählt Wien noch
mehrere gute Kupferdrucker, indessen scheint die Verbreitung der Litho«
graphie diesem Kunstzweige keinen geringen Eintrag gemacht zu haben.
Der Handel mit Kupferstichen ist noch immer, mit Rücksicht der obwalten-
den Zeitumstande, so ziemlich erheblich. Da die Kupferstiche, als Kunst«
producte, Gemeingut aller Lander sind, so werden damit nicht nur im
Inlande nach allen Gegenden, sondern auch ins Ausland viele Geschäf-
te gemacht, hingegen auch wieder viele ausländische Kupferstiche, zu-
meist aus Frankreich und England, hiereingeführt. Ganz ordinäre Ar-
tikel, wie z.B.Visitkarten, Heiligenbilder, Wallfahrtsbilder, Blätter
für Kinder u. dgl. werden im Inlande in großer Menge erzeugt und ab-
gesetzt, für einige dieser Artikel sind die besuchteren Wallfahrtsort« der
Monarchie zugleich die besten Absatzplätze.—Den Notendruck hat man jetzt,
besonders in Wien, zu besonderer Vollkommenheit gebracht, und man
findet bey den Kunst- und Musikhandlern H aslinger, Diabel l i ,
Mechetti :c. Erzeugnisse, die den besten ausländischen ohne Scheu
zur Seite gestellt werden können.
Rurlander, Franz August v., k. k. niederösterr. Landrechts-
secretar, warzu Wien 1777 geboren. Er trat nachabsolvirten Rechts»
studien an dasiger Universität im Iuly 1L00 als Auscultant bey dem
niederösterr. Landrechte ein, wurde 1605 bey dieser Behörde Raths-
protocollist, und 1311 Secretar. Er starb in Wien den 4. Sept. 1836.
Sein Verdienst um das Lustspiel ist allgemein anerkannt. Von ihm er-
schien seit 27 Jahren alljährlich ununterbrochen ein Bändchen Lustspiele,
oder Almanach dramat. Spiele; 8 Jahrgänge, Wien 1810 — 18;
9. — 26. Jahrg. Leipz. 1819 — 36. Der Inhalt ist großen Theils
aus oder nach dem Französischen, mit Bühnentenntniß und Geschick
behandelt.
Rurrer, N)ilh. Hcinr. Iac. v., ist am 8. Iuny 1732 zu
Langenbrand im Schwarzwalde geboren, wo sein Vater, der als
lateinischer Dichter berühmte Dr. Phi l . Heinr. v. K. (1827 als
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie