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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 539 -
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Liechtenstein, Ioh. Fürst v. — Littrow. 539 * Liechtenstein, Ioh. Fürst v., starb den 20. April 1836. Die Regierung ging an seinen erstgebornen Sohn Aloys über. Liechtenstein, Maximil. Fürst v., kaiserl. Feldzeugmeister und Commandant von Ra ab, war geboren 1578. Er war aus dem Hofdienste, worin er unter Kaiser Matb ias als Kammerherr und' Oberstallmeister gestanden hatte, zu dem Waffendienste übergegangen. Als unter Ferdinand I I . die Unruhen in Böhmen ausbrachen, führ- te er ein Cüraffier-Regiment dahin, mit dem er in der entscheidenden Schlacht am weißen Borge 1620 hauptsächlich auf der Seite des Ge- fechtes thatig war, wo die Ungarn so früh die Flucht nehmen mußten. Der Herzog von Bayern übergab ihm einstweilen die Statthalterschaft über das eroberte Königreich. Indeß harte sie der Kaiser schon seinem ältern Bruder, Car l v. L., zugedacht. Max im i ^an aberging nach Mah- ren und Ungarn zu den Unternehmungen gegen Beth len Gabor ab, welche damahls der Graf Bucq uoi leitete, und folgte demselben im Armee - Commando, als dieser bey einem Ausfalle vor Neuhausel das Leben verlor. Im folgenden Jahre 1622 belagerte und eroberte er die Festung Glatz. Die letzte Auszeichnung, wodurch sein Monarch die Treue, Einsicht und Tapferkeit des verdienten Feldherrn ehrte, war dejsen Ernennung zum Commandanten von Raab 1636, nachdem er ihn vorher schon 1693 mit seinen Brüdern in den Reichsfürstenstand er- hoben hatte. Am Ziele einer so glänzenden Laufbahn verwechselte dieser Fürst die Uniform mit einem Kleide, das gegen seinen vormahligen Beruf zwar absticht, jedoch auch den Krieger, der das Bedürfniß, seinen Geist zu sammeln, mehr als ein anderer fühlen kann, in seiner letzten Lebensperiode nicht unrühmlich kleidet. Er suchte diese seine Gei- stessammlung und Ruhe in der stillen Lebensweise des Minoriten-Or- dens, in welchem er die letzten Tage seines gewiß nicht unthätig ver- strichenen Daseyns mit der Vorbereitung zur Ewigkeit zubrachte. Er starb 1643. . * Lirawetz, Franz Ios. Calasanz, erhielt 1336 die Biblio- thekarstelle am Lyceum zu Laib ach. * Lilienfeld. Dicht am Stifte befindet sich eine sehr schöne, von dem jetzigen Prälaten vor ungefähr 12 Jahren angelegte, mit vielen exotischen und andern Gewächsen gezierte englische Anlage. Lissa-Hora, Gebirgshöhe in den nordwestlichen Karpathen, ei- gentlich Beskiden, 4,260 Fuß über der Meeresfiäche. Von ihrer Spitze hat man eine überraschende Aussicht über das österr. und fiache preußische Oberschlesien; man erblickt das Gesenke in seiner ganzen Erstreckung, in der Ferne das neissisch-mährische Gebirge, besiebt die ausgedehn- te, reich mit Ortschaften besetzte Gegend bis zum Fuße dieser Gebir- ge, und hat den übrigen Theil der Beskiden, wie eine Charte, zu seinen Füßen ausgebreitet. * L i t t row, Ios. I o h . , ward 1836 in den Adelstand erhoben. Er wohnte auch der dießjahrigen Versammlung der Naturforscher (zu Jena) bey. — Sein Sohn Carl Ludw. v. L. wurde 1836 zum Ad? juncten an der Sternwarte der Wiener Universität befördert.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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