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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 548 -
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Seite - 548 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6

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5l8 Mansfeld, Wolf Graf v. — Marcheck. starb 1604. Auch in Gesandtschaften leistete M. wichtige Dienste, wie am Reichstage zu Regensburg 1557, und 1565 in Portugal; die Herzoginn-Regentinn hatte er nach Italien zu begleiten, als sie ihre Statthalterschaft über die Niederlande nicht mehr fuhren wollte. Er ist Vater zweyer berühmter Männer, des durch das Treffen bey Gran um die Monarchie so verdienten Carl Fürsten v. M., und des in den böhmischen Unruhen, und dem daraus erfolgten Kriege 1619—26 oft gefahrlich gewordenen Ernst Grafen v. M. Der letzte war in der Partey, welche er ergriffen hatte, nächst König G u sta v von Schweden und Herzog Bernhard von Weimar, der bedeutendste Feldherr, betrieb aber in seiner Lage, wo er nichts als seinen Degen zu verlieren hatte, den Krieg als Hand- werk, und focht ohne Rücksicht auf die gerechte Sache überall mit, wo man ihn und seine, keinem Boden angehörigen, Truppen besolden wollte, hierin dem großen Vater sehr unähnlich. Mansfeld, Wolf Graf v., kaiserl. geh. Rath, Feldmar- schall und Commandant von Raab,.war geboren 1575. A.s Staats- mann und Feldherr gleich vortrefflich, zeichnete sich dieser Graf M. von der kriegerischen Seite zuerst in den ungar. Feldzügen, und zwar be- sonders bey der Belagerung von Gran 1605 aus. Im jülichischen Erb- folgestreit hatte er für den Churfürsten von Sachsen die Gesandtschaft an den König von Frankreich übernommen, und als es dennoch 1610 zu den Waffen kam, auch hierbey sich hervorgethan. Nachher trat er als Statthalter zu Darm st adt in hessische, und aus denselben in sachsische Dienste zurück, in denen er sich als churfürstlicher Gesandter bey dem Wahltage Ferdinand's I I . Verdienste erwarb. Er führte diesem Mo- narchen 1620 sächsische Hülfstruppen in die Ober- und Niederlausitz zu, und ging endlich in den kaiserl. Dienst über. Hier war sein erster Auf- trag, dem König von Spanien Hülssvolk nach Italien zu bringen, welches für Genua gegen den Herzog von Savoyen 1624 gebraucht wurde. Bey dem Abzüge vor Verona rettete M. das Belagerungsge- schütz. Nach seiner Zurückkunft war er kaiserl. Commissar auf dem Land- tage zu Prag 1628 gewesen, auch zum Statthalter über das Erzstift Magdeburg ernannt worden. Als man nachher die Belagerung von Magdeburg 1631 unternahm, ward ihm bey dem Sturme, durch welchen die Stadt fiel, der gefährlichste Posten, wo der meiste Wider- stand geleistet wurde, und nach derEroberung die Befehlshabsrstelle über die traurigen Ruinen derselben zu Theil. Die Schweden säumten nicht, ihn hier einzuschließen; aber Pappenheim eilte nicht wenig, ihn zu befreyen; und da vor seiner Annäherung Banner die Einschließung aufgeben mußte, zog sich M. mit der Besatzung aus der so übel zugerichteten Fe- stung, von der jetzt wenig Vortheil mehr zu ziehen war, und wo er sich mit kaum mehr als 2,000 Mann in einer sehr mißlichen Lage befunden hatte. Ihm wurde mit der Feldmarschallswürde die Commandantenstelle von Raab 1623 übertragen, mit welcher er seine rühmliche Laufbahn 1631 endigte. " ^ Marcheck(Marckegg), kleine niederösterr. Stadt an der March und am östllchen Ende des Marchfeldes im V. U. M. B., ziemlich re- gelmäßlg gebaut und aus 165 Häusern mit 993 Einw. bestehend. Die
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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