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im gothischen Style erbaute Pfarrkirche S t . Margaret ha und das
alte fürstl. Pälffy'sche Schloß stammen aus dem 13. Jahrhundert.
Letzteres wurde seitdem mehrmahls verschönert; es hat eineTapelle, eine
Bibliothek und ein Theater; ein kleiner Park und ein ansehnlicher Thier-
garten schließen sich daran. Hierher gehört auch die bey Vreitensee
gelegene Fasanerie. Westlich von M. liegt am Mühlbache der Salm-
hof/ einst eine Besitzung des Grafen Niclas v. S a l m , Wien's
heldenmüthigen Vertheidigers, der hier 1530 starb.
* Mar ia Anna ( larol ina p ia ) , Kaiserinn von Österreich,
wurde am 12. Sept. l836 zu Prag als Königinn von Böhmen feyer-
lich in der Domkirche gekrönt.
* Maria. Sie ist jetzt Gräfinn v. Zay, da ihr am 13. Aug.
1331 verstorbener Gemahl, Emerich Freyh.v. Zay, l 830 bey Gelegen-
heit der Krönung des jüngern Königs von Ungarn, Ferdinand V.,
von Kaiser Franz I. sammt allen seinen Nachkommen beyderley Ge-
schlechts in den Grafenstand erhoben worden. Von Geburt ist sie eine
Freyinn Calisius v. Calisch.
Mar i a -Ru lM , böhm. Marktflecken im Elbogner Kreise, mit
500 Einw. und einer Propstey des ritterlichen Kreuzherren-Ordens vom
rothen Sterne. Die schöne Kirche und Capelle ist als Wallfahrtsort sehr
berühmt. Der eine Thurm, den man bis zur großen Glocke auf einer
bequemen Wendeltreppe emporsteigt, biethet eine überraschend angeneh-
me Aussicht, nicht nur auf das ganze Egerland und die blauen Berge
des Voigtlandes, des Fichtelgebirges und der Pfalz, sondern auch auf
die ganze Gegend von Carls bad und das ferne, in Nebelduft ruhende
Erzgebirge. Merkwürdig ist auch das harmonische Geläute der 5 Kulmer
Glocken.
Maria-L.uschariberg, auch „der heil. Berg der Karnthner"
genannt, liegt im Canalthale im Villacher Kreise Karnthens, zwischen
Tarvis, Saifnitz und Raibl , und erhebt sich zu einer sehr beträcht-
lichen Höhe. Die hiesige Wallfahrtskirche wird wahrend des Sommers
von vielen Wallfahrtern aus dem Venetianischen, aus Gö'rz, Krain und
Steyermark stark besucht. Man braucht 3 Stunden, um den Berg zu be-
steigen ; der Rückweg aber wird auf kleinen Rutschschlitten in H Stunde
vollendet.
* Maria-Hell. Nachdem in Folge des in der Nacht vom 1l. zum
12. Iuly 1836 in der dasigen Eisengußbütte ausgebrochenen Brandes
sowohl die Dachung dieses Gebäudes, als auch die des nahen Gebla's-
bauses ein Raub der Flammen wurden, jedoch die inneren Betriebs-Ein-
nchtungen dieser Gebäude glücklich gerettet worden sind; so hat man doch
gleich wieder den Kuppelofen, dann auch einen Gußhochofen in Be-
trieb gesetzt.
Markgraf-Neusiedel, niederösterr. Dorf im V. U . M . B . ,
am Marchfelde und am linken Ufer des Rußbaches, mit 440 Einw.,
emem dem Dominicanerkloster in Wien gehörigen Dominical-Wirth-
schaftshofe und einer großen auf der Anhöhe gelegenen Mühle holländi-
scher Art. Zu den Zeiten der Kriege mit den Ungarn erbauten sich die
Einwohner dleses Dorfes große feste Thürme, um in diesen Sicherheit
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie