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Mayrhofer.. — Mehoffer. 553
richtet dabey, mit zahlreicher Assistenz, der Abt des Prämonstratenser-
Stiftes S t rahow; und da jede Handlung dieser Art mit einer Wohl-
that verbunden ist, so wird der Ertrag für die vom Gründer dieses Fe-
stes zur jedesmahligen Begehung desselben, verfaßten religiösen Betrach-
tungen unter dürftige Hausarme vertheilt. — Auf gleiche Weise wurde
1826 auf dem Alt. und Neustadter Gottesacker in Wolschan die Abhal-
tung dieser Feyerlichkeit eingeführt.
* Mayrhofer, I o h . , starb den 5. Febr. l836 zu Wien.
Mazzucchelli. Die grast. Familie dieses Nahmens ist eine alte
aus Zara in Dalmatien abstammende Patricierfamilie, deren erster
Stammherr 1323 Christoph M. war, General Ludwig's l . , Her-
zogs von Gonzaga. In den grä'fl. Stand wurde die Familie durch
den Senat vonVen edig 1511, in den österr. Grafenstand vom Kai-
ser Franz I. 1330 erhoben. Jetziger Standesherr ist Aloys Graf
M., geb. den 17. Sept. 1776, des Leopold-Ordens Commandeur,
Ritter der eisernen Krone 2. Classe, des pa'pstl. St. Gregor-Ordens
Großkreuz und des großherzoglich baden'schen Verdienst-Ordens Com-
mandeur, k. k. geh. Rath, Feldzeugmeister, Inhaber des Infanterie-
Regiments Nr. 10 und commandirender General in Mähren und Schle-
sien.
Mehoffer, I gn . v . , k. k. Rath und vormahliger Oberaufseher
des Normalschulwesens in Mahren und Österreichisch- Schlesien, war
den 15. April 1747 zu Fulnek in Mähren geboren. Bey dem Aus-
bruche des preußischen Krieges 1756 flüchtete sein Vater nach Wien ;
daher besuchte M. 1757 und 1758 das Gymnasium bey den untern Je-
suiten in W i e n. 1759 wurde er von Wien nach Sa lzburg zu sei-
nem Bruder, dortigen churfürstl. Mü'nzmeister, geschickt. Hier stu-
oirte er die Humanitätsclassen bey den Benedictinern. Indessen starb
sein Vater in Wien und seine Mutter kehrte nach Fulnek zurück,
daher wurde M. von Sa lzburg 176 l abgerufen, und beschloß 1762
die Humanitätsclaffen an dem Gymnasium zu Tropvau. Er hörte
hierauf die Philosophie in Olmütz, erhielt daraus den akademischen
Grad eines Magisters, und ging sodann nach Wien, wo er die Rechte,
die politischen Wissenschaften und andere Vorlesungen, nebst jenen iber
die doppelte Buchhaltung hone, und zugleich bis zu seiner erfolgten
Anstellung in der Kanzley des Reichshofraths - Präsidenten, Ferd.
Grafen v. Harrach, practicirte. Als die Kaiserinn Mar ia There-
sia den deutschen Schulen durch Felbiger eine bessere Richtung geben
ließ, und ihn deßwegen nach Wien berief, besuchte M. dessen Vorle-
sungen über die neue Verfassung der deutschen Schulen und dessen Lehr-
methode; da er darin die besten Fortschritte machte, so wurde er als
Director der Normalschule zu Brunn im April 1775 angestellt, um
die verbesserte öehrart hier einzuführen, wobey er zugleich die Stelle
des Oberaufsehers der deutschen Schulen in Mähren vertrat. 1780 er?
hielt er die Stelle eines wirkl. Oberaufsehers, und 1782, nach Verei-
nigung der Landesstelle in Schlesien mit jener in Mähren, wurde sein
Wirkungskreis auch auf den k. k. Antheil Schlesiens ausgedehnt. 1796
wurde M., zur Belohnung seiner für das Schulwesen geleisteten Dienste,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie