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55t Meidling. — Meyburg, die Freyherren.
taxfrey in den Adelstand erhoben. AlS 1804 das deutsche Schulwesen
neu organisirt und den Consistorien mit Entlassung der weltlichen Kreis-
schulcommissare von ihrer bisherigen Wirksamkeit untergeordnet und auch
M. dabey als Oberaufseher entbehrlich wurde/ erhielt er den kaiserl.
Rathsritel und wurde zum Gubernium zur Aushülfe bey dem Schulre«
ferate übersetzt. Er starb in Brunn den 2. März 1807. Seine Erd-
kunde der Markgrafschaft Mahren mit vorzüglicher Rücksicht auf Natur-
und Kunsterzeugnisse gab Czikann (s. d.), als Hülfsbuch für Lehrer
und Schulen des Vaterlandes, berichtigt und vermehrt (Brunn 1814)
heraus.
Meidling, sehr altes niederösterr. Dorf im V. U. W. W., bey
Wien, am nördlichen Fuße des Wienerberges und am rechten Ufer der
Wien, mit vielen und schönen Landhausern/ welche im Sommer von
Wienern bewohnt werden. Der Orr wird in Ober-und Unter- M. ein-
gecheils; ersteres hat 425 Einw., letzteres 1,110. Es befinden sich hier
zwey Schwefelwasserquellen (mit 8" Temperatur)/ die zum Baden ein-
gerichtet sind, nahmentlich das Theresienbad, mit weitläufigen Neben-
gebäuden, einem Park und einem im Sommer offenen Theater; und
das erst 1819 entdeckte Pfann'sche Bad. Der Tempel am Ursprünge
des letztern und die Trinkcuranstalt sind zierlich. Die Quelle bricht aus
Felsen und darüber geworfenen Thonbänken, welche Schwefelkies ent»
halten / zu Tage. Eine ämtliche wiederholt vorgenommene Untersuchung
bestimmte ihren Charakter, und fand/ daß sie zu den kalten schwefel-
wasserstoffgashaltigen Mineralquellen von größter Reinheit gehöre. Die
Wohngebäude für Curgaste umgeben von schönen Gartenanlagen, sind
gut eingerichtet und in Verbindung mit den Badern. Eine neue Anlage
Ober- M.'s ist der elegante Unterhaltungsort Tivol i (s. d.).
Merkenstein, ein dem Grafen Joachim Eduard v. Münch-
B elling hausen gehöriges, im schweizerischen Style erbautes Som-
merschloß südwestlich von Baden, am Abhänge des kalten Berges und
an der Ostfeite des Geisberges, mit ein Paar Nebengebäuden und einem
vielbesuchten interessanten Park, der sich die Höhe hinaufzieht, und
vormahls ein Thiergarten war. Vor dem Schlosse stehen auf einer Wiese
znx'y ungemein große türtische Haselnußbäume, deren Kronen ihres un-
geheuren Umfanges wegen bewundert werden, indem die eine 80, die
andere an 100 Schritt im Umfange hält. — Auf einem schroffen Felsen
liegen die bedeutend großen Ruinen des alten Schlosses M. mit 8 bis 10
Fuß dicken Mauern; man sieht hier 4 Thore mit eben so vielen Höfen,
unterirdische Gänge, eineCapelle, Säle, nahe dabey Reste eines Tur-
merplatzes u.s. w. Der schon oben erwähntePark enthält theils Waldpar-
thien, theils Wiesenplätze, viele schlangenformig sich windende, im
engllschen Geschmacke angelegte Gange, ein Lustgebäude mit einem
Thurme, den sogenannten Türkenbrunnen, eine kleine Einsiedeley;
auf dem höchsten Puncte steht ein im orientalischen Style erbauter Pa-
vlllon, von dessen Gallerte man eine überraschende Aussicht genießt.
/ 5 ^ s di Fh IhNsch s i c h g n
ß«
° , / ^ 5 ^ . >s' die Freyherren. Ioh.Nsp. Freyh. v. M. ward
l326 Ehrenmttglled der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie