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Michaelbeuern. — Ut ind. 555
Michaelbeuern, oberö'sterr. Dorf im Salzburger Kreise, an
der Gränze des Innkreises, hat eine von Hayland Grafen v. Plain
oder Peil st ein gestiftete Benedictiner-Abtey, die 973 von Kaiser
Otto I I . mit Gütern begabt wurde, und 1072 den ersten Abt, Nah-
mens Werigand/ erhielt. Das stattliche Stiftsgebäude wurde erst
1773 vollendet. Die Auferstehung des Erlösers in der reichverzierten
Kirche malte Rothmayr. Die Stiftsbibliothek bewahrt viele seltene
Manuscripte, worunter auch einige mit Miniaturen.
* Milde, vinc. Eduard, ward (unterm 29. Oct.) 1836 zum
Prälaten des Leopold-Ordens ernannt, und erhielt das Großkreuz die-
ses Ordens.
Miller's, Mart in, und Sohn Gußstahl-Fabrik in
Wien (Vorstadt Gumvendorf). Selbe ist zur ausgezeichneten Meister-
schaft gediehen. Ihre sehr gemeinnützigen Erzeugnisse bestehen: 1) In
ganz weichen Stahlplatten, nebst den dazu erforderlichen Grabsticheln
für die Metallstichkunst. Diese Stahlplatten werden durch ungefähr 3
Jahre ausschließend nur in der genannten Fabrik verfertigt, und ver-
dienen ihrer besonderen Weichheit wegen vor jenen aus England gelie-
ferten, den Vorzug. 2) In gewalztem Gußstahlblech, welches von
Stahlarbeitern zu Uhrfedern, zum Plattiren der Hobeleisen und zu ver«
schiedenem andern Gebrauche verwendet wird. 3) In Gußstahl von allen
mit Nummern bezeichneten Dimensionen zur Benützung für feine Mes,
serschmied-Arbeiten, für jede Gattung feiner Feilen, für Triebstahl
und Bohrer, dann zum Anstählen der Werkzeuge. 4) In Kammmacher-
sägen, Polir- und Modelstechermessern. 5) In ^öägen zum Eisen- und
und Blanchettenschneiden von besonderer Harte aus gegossenem Stahle
verfertigt, dann schmalen Holzsägen. 6) In verschiedenen Gattungen
Stock- und großen Spieluhrfedern. 7) In verschiedenem Golddrahtzuq-
eisen von eigener Composition, und von der Eigenheit, daß der durch-
ziehende Goldfaden sich nie schabt, sondern stets einen Glanz von dieser
Maffe erhalt. 8) In Goldplattwalzen von erforderlicher durchaus glei-
cher Härte ohne Motten (Poren) im hellsten Glänze. Da diese Guß-
stahl-Fabrik eine besondere Vergrößerung erhalten hat, so können auch
Stücke zu 150 Pfund Gewicht nach jedem beliebigen Umfange verfertigt
werden, welches zur Anfertigung für große nicht zu härtende Walzen
sehr vortheilhaft ist. Die jährliche Verarbeitung von 6 — 700 Ctrn.
dieses gegoffenen Stahles beweist hinlänglich die Anerkennung, welche
dieselbe bey den Manufacturen gefunden hat, wodurch also zur Ehre
der inländischen Industrie der englische Gußstahl ganz entbehrlich ge-
macht wurde. Dieses lobenswerthe Streben der in diesem Fache so aus-
gezeichnet arbeitenden Fabrik und deren besondere Verdienste um die
inländische Industrie wurden auch bereits am 19. Dec. 1335, in Folge
der von derselben bey der Gewerbs-Producten-Ausstellung in Wien
aufgestellten Fabrikate, mit der silbernen Medaille belohnt.
Mind, Gottfr., der sogenannte ,,Ka tz en-Raph ael," wur-
de 1768 zu Lipcse in Oberungarn geboren, und erlernte zu Krem-
nitz das Tischlerbandwerk. Er war vorzüglich geschickt in Darstellung
mancher Thierarten, insbesondere derKatzen und Bären, erreichte jedoch
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie