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auch als Zeichner in farbigen Lavis-Zeichnungen einen hohen Grad der
Kunstfertigkeit. Die berühmte Künstlerinn Lebrun in Paris legte
ihm zuerst den Nahmen ls kapkael 6e>5 ckats bey. Die eigene indivi-
duelle, durchaus porträtähnliche Physiognomie, welche jede seiner Ka-
tzen so zu sagen, persönlich auszeichnete; der allen Katzen gemeine halb
schmeichlerische, halb tigerartige, verschmitzte Blick, die grazienvollen
Bewegungen der jungen Kätzchen, welche zuweilen 3—4 an der Zahl
eine Mutterkatze umgaukeln; das seidene Haar ihres Balges, das man
aufblasen zu können glaubt, mit einem Worte, was den Katzen nur
irgend eigenthümlich ist, sindet man in seinen Arbeiten in höchster
Wahrheit und Täuschung. An Winterabenden schnitzte er zum Zeitver-
treib beym Lichte aus wilden Kastanien kleine niedliche Barchen, Katz-
chen und andere Thiere mit solcher Wahrheit und Kunst, daß sie reißen-
den Abgang fanden, und man sich etn Vergnügen machte, Kamine
oder Consolen von Stubenuhren damit zu verzieren. Schade, daß un-
sichtbare Würmchen die Kastanien bald von innen zernagten, und so
diese niedlichen Geschöpfe vernichteten. Beym Bärengraben in Bern,
worin von alter Zeit her ein Paar lebendige Bären fortwährend genährt
wurden, verlebte M. manche seiner glücklichsten Stunden. Auch zwischen
diesen Thieren und ihm schien eine besondere Sympathie Statt zu ftn-
finden. Sobald Friedli (unter diesem Nahmen war M. zu Bern
am bekanntesten) sich sehen ließ, eilten die Bären mit freundlichem Ge-
brumme herbey, und machten ihr aufwartendes Männchen. — M. starb
zu Bern am 15. Nov. 1814.
* Misley, Ios. Peter Alcantara. Der im 2. Bande seiner
Totalgrundmathesis versprochene 3. Band derselben erschien 1329—30
in 2 Abtheilungen (Wien). Der Verf. sucht in der 1. Abtheilung durch
die beygefügten Kupfertafeln zu zeigen, daß diese Entdeckung einer in der
centralen Sphäre zwischen allen 4 Wissens-Faculläten bisher noch unbe-
kannt gebliebenen Maßstabslehre der Geistigkeits-Entwicklungsstufen durch
ihre weitere Ausbreitung in ganz eigenen Lehranstalten für das Wohl
des Staats und der Religion gerade in jetzigen Zeiten höchst nothwen-
dig sey. Es ist der Verf. jetzt im Stande sein ganzes System ohne Ver-
gleich kürzer, deutlicher und gemeinfaßlicher mündlich vorzutragen;
denn die Meßkunst seiner Gradleiter der Vernunft-Entwickelungsstufen
sowohl in guten als bösen Ideen gründe sich auf die überall anerkannten
sowohl guten als bösen Steigerungsgrade des Wissens, Wollens und
Handelns aus der vormundschaftlichen, minderjährigen Prüfungs-Pe-
riode in die noch strengeren Prüfungen unterworfene Volljährigkeits-
Periode. Aus den refiexionell-mathematisch bestimmten Größen dieser
zwey Gradleitern folge (nach dem Gesetze der mathematischen Continuität
in der totalen Gerechtigkeit) die bisher unbekannte dritte Gradleirer,
nähmlich die Gradleiter der Vergeltungs -Periode, und hieraus das
ganze System dieser Geisteslebens-Entwickelungs-Meßkunst in Grad-
leitern der Klarheit, Stärke und Wirkungsäusierlmgen aller Classen der
Gelster im Weltall; daher sind hier nach des Verf. Überzeugung (noch
mehr als bey jeder andern Gradleirer«Meßkunst) mündliche Vortrage
m einer sokratischen Form unumgänglich nothwendig, dir der Ersmdcr
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie