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566 Netoliy. — Neuhold.
ren von Charakteren aus dem gemeinen Volksleben glücklich. Als Thea-
terdichter hat N. mancherley komische Situationen, gelungene Witz-
spiele und Couplets geliefert; doch sind die meisten seiner Erzeugnisse
und Charaktere größtentheils aus den Sphären der'niedrigsten Volls-
classe und selbst sein bis jetzt gelungenstes Stück: ;,Zu-ebener Erde
und im ersten Stock," ist von diesem Vorwurfe nicht frey. Außer dem
genannten, lieferte N. noch folgende Producte: Dreyßig Jahre aus
dem Leben eines Lumpen. — Der Tod am Hochzeitstage. — Zampa)
der Tagdieb. — Der gefühlvolle Kerkermeister. — Nagerl und Hand-
schuh. — Der confuse Zauberer.-^ Die Zauberreise in die Nitterzeit.
— Sulphurelectricomagneticophosphoratus. — Müller, Kohlenbren-
ner und Sesselträger. — Lumpacivagabundus, 2 Thle. — Robert der
Teurel. —Die Gleichheit derIahre. — Weder Lorbeerbaum noch Bet-
telstab. — Eulenspiegel. — Die Reise mit dem Dampfwagen. —Die
beyden Nachtwandler. — Der Affe und der Bräutigam) ein sehr gelun-
genes Gelegenheitsstück, worin sich in Wien zum ersten Mahle der
tHrch seine unglaubliche Gelenkigkeit ausgezeichnete gymnastische Künstler
Klischnig als Affe producirte und welches ununterbrochen über 50
Mahle aufgeführt wurde. ' . ' « . ^ ^ 5
Netoliy/ bohm. Stadt im Prachiner Kreise, mit 1,940 Einw., ist
bemerkenswerth wegen der Niederlage, welche 1619 in ihrer Nähe der
General Ernst Graf v. Mansfelb erlitt.
Neuberg, kleines steyermärk. Dorf im Brucker Kreise, von ho-
hen Gebirgen umschlossen, wo früher ein schon 1327 von Herzog Otto
dem Fröhlichen errichtetes Cistercienserstift bestand, welches 1786
aufgehoben wurde. Das Stiftgebäude ist nicht besonders ansehnlich; desto
herrlicher ist die große, hohe, helle gothische Kirche, mit einer Doppel-
reihe von Säulen, durchaus von Quaderstücken erbaut. In der Kirche
befinden sich alte Sculpturen und vom Thurme hat man eine reizende.'
Aussicht. Das Grabmal des Stifters ist in der Gruftcapelle; die Ge-
beine seiner Familie, welche man erst vor einigen Jahren entdeckte, ru-
hen in 5 neuen steinernen Särgen. — N. hat einen betrachtlichen Ei-
senbau, bey welchem an 700 Menschen beschäftigt sind, und einen Holz-
rechen an der Mürz. Nahe am Stiftgebäude trifft man eine sehenswür,
dige tiefe Felsengrotte. Von dem nordwärts sich erbebenden Windberge,
eigentlich unter dem Nahmen Neuberger Schneealpe bekannt, biethet
sich eine der schönsten Aussichten dar.
* Neugart, Trudpert, unterhielt einen ausgebreiteten Brief-
wechsel mit deutschen Gelehrten, nahmentlich mit dem Oenerallieute-
nant Freyh. v. Zurlauben, Eman.v. H aller, Ioh. v. Mül ler,
welche alle in schönem Bunde mit St. Blasien so gerne ihre literari-
sche Thätigkeit bewiesen. Von Handschriften sind noch zu nennen: Ni-
8wria Lpizcop2tu5 I^avantini. — Ve 6uodu8 IlcllllriclZ. N. starb
den 14. Dec. 1825.
Neuhaus, niederösterr. Dorf im V. U. W. W., mit den Trum-
mern eines alten Schlosses, welches einst ein Staatsgefängniß war.
* Neuhold, Ioh. Nep., war geboren den 8. Aug. 1756 aufdem
Schlosse KahlSdorf bey I l g in Steyermärk. Er schrieb auch: Was
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie