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thes, auch war er von 1652 an, des Hochstiftes Salzburg öehenscomissar
in Karnthen. — Ioh . S.iegmund v. O. verfertigte 1650 eine vor-
züglich richtige geographische Charte von Karnthen, als Nachstich der in
dem großen Brande von K lagenfur t 1636 zu Grunde gegangenen
Mappen. Er starb 1666 und hinterließ einen Sohn, Wol fgangIac .
v.O., welcher 1705 landschaftlicher Secretär und Besitzer der O.'schen
Kastenamtsgüter in Kärnthen war. — Wol fgang Franz v.- O^,
des Vorigen ^ohn, geb. 1671, war der zweyte Gründer seines Hau-
ses. Bereits 1713 der landrechtlichen und landeshauptmannschaftlichen
1731 grä'fi. Khevenhüller'scherGü-
rer-Inspector in Karnthen, wurde er dann ständischer Verordneter/ Ge-
nerale Einnehmer ,.Unterdirector der kärnthnerischen Landtafel und kai-
serl. Rath. Viel verdankte er seinem Oheim I o h. Mär t . Gschwind,
Freyh. <v, Packst e in , .k. l. Feldmarschall, welcher ihn laut Testa-
ment (Dien, 12. Dec. 1719) zum Universalerben einsetzte.Wolfgang
Franz v.O. erhielt von Kaiser Car l V I . den Freyherrenrang, und
nahm^ das Wapen und, den Nahmen seines ohne männliche Erben ver-
storbenen Oheims an. Wol fgang F ran ; Freyh. v. O.-G. hatte sich
bereits 1701 veryiählt, und zum zweyten Mahle 1734. Wolfgang's
^ohn aus erster Ebe, Franz Joseph, war kärnthnerisch-ständischer
Pauzahlmeister und starb als solcher, in einem Alter von 62 Jahren den
5. Febr. 1764. — FranzHaver Freyh.v^ O.-G., des Letztern Sohn,
landeshauptmannschaftlicher Rath zu Klagen fürt/wurde Vater einer
zahlreichen Famili«, welche durch seinen Sohn Franz Naver v.
O.-G. (s. d.) einen erhö'hten Glanz erhalten. 1836 ward er auch Eh«-
renmitglied der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien und erhielt
auf kaiserl. Entschließung vom 4. Oct. 1336 das erledigte Oberst-Erb-
lgnd/Falkenmeisteramt im Herzogthum Kärnthen.
P,^
a l a c k y , Franz. 1336 erschien von ihm zu Prag : Ge-
schichte von Böhmen; größtentheils aus Urkunden und Handschriften,
1. Bd. (die Urgeschichte und die Zeit derHerzoge in Böhmen bis 1197).
Es ist dieß eine gediegene Arbeit, der edlen Munisicenz der böhm.
Stände würdig, die auch dieses Werk veranlaßten, und auf ihre Ko-
sten erscheinen ließen. Was die Quellensammlung zu demselben für die
ältere Geschichte betrifft, so ist jedoch der Ertrag aller Bemühungen
P.'s unter seiner Erwartung geblieben. An ältesten einheimischen Ur-
kunden finden sich nur 2 echte aus dem 9. Jahrhundert abschriftlich in
Mähren, eben so 2 aus dem 10. in Böhmen; noch aus dem 11. haben
beyde Lander kaum ein ächtes Original. Erst seit der Mitte des 12. wird
die Urkundensammlung reichhaltiger und für die Geschichte ergiebiger.
P. wird sein allgemeines böhm. Diplomatar dem Publicum vorlegen,
sobald es noch zu größerer Vollständigkeit gediehen seyn wird. Er be-
suchte selbst jedes böhm. Archiv und jede Bibliothek, um sich schriftliche
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie