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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 587 -
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R o m a g n 0 s i. 587 .!-.?. 6 Romagnosi, Giandomenico, wurde den 13. Dec.l76l zu Sal fo Magg iore bey Piacenza geboren, wo sein Vater, Ber« ^a.rdino R., eine Anstellung hatte. In seiner Kindheit zeigte er sich arbeitsscheu, und ließ die ausdauernde Thätigkeit seiner spätern Jahre nicht abtten. Im Collegium Alberoni zu Piacenza machte er seit 1775 seine Schulstudien, vorzüglich auf Philosophie seine Auf- merksamkeit richtend, obgleich die Physik ihm mehr gefiel; 1731 ging Fr nach Parma auf die Universität, und erlangte 1736 den Bacca- laureusgrad im canonischen und Civilrechte. Dem Werke, was seinem Nahmen zuerst Bedeutung verschaffte, „<^ene§i 6e! äiritt« penaie" gab ein wissenschaftlicher Streit mit einem Freunde seinen Ursprung. Es erschien zuerst 1791 nach vielfacher Prüfung seines mit Gewissenhaftigkeit arbeitenden Verfassers. Indessen entging das Werk damahls der Beach- tung, und das Ansehen des Vaters mehr als sein eigenes Verdienst ver- schaffte ihm die Stelle eines Prätors zu Tr ient 1793, die aber jedes Jahr der Bestätigung bedürfte. Dreymahl ward sie ihm übertragen und als Anerkenntniß durfte er es ansehen, daß der Fürstbischof ihm 1797 dbn Titel eines Hofraths beylegte. Der Krieg war indessen ausgebro- chen; die französische Regierung ernannte ihn durch Math ieu Du- mas zum Generalsecretär deS obern Rathes, veranlaßte aber wahr- scheinlich dadurch die Untersuchung, welche nach der Rückkehr der alten Re- gierung 1800 gegen ihn verhängt wurde, deren Ergebniß jedoch eine völlige Freysprechung durch das höchste Gericht in Innsbruck wak Bald darauf kehrten die französischen Heere zurück. Die gewichtigen Em- pfehlungen Macdonal d's, M. Duma s's und des gelehrten Pasto- ret bey den Behörden, die Parma, Piacenza und Guastalla regierten, verschafften R. einen Lehrstuhl des öffentlichen Rechts an der Universität zu Parma, und dieser neue Beruf wies ihn der schrift- stellerischen Thätigkeit wieder zu, die er seit 15 Jahren aufgegeben hatte. Seine „Intro^uxione 2Ü0 ztucko 6e1 cki-itto pubklico," 2 Bde., Parma 1805, bewies für seine indessen gereiften Ansichten, und bedingte zunächst seine Berufung nach Mai land 1806, wo ihm im Justiz- ministerium eine ehrenvolle Stellung gegeben wurde. Mit der kurzen Unterbrechung einer einjährigen Professur in Pav ia 1307 war er wirksam für eine Menge von Anordnungen, und trug später noch als Professor an der Rechtsschule zu Ma i land eifrigst bey, die Forderun- gen des europäischen Gesellschaftslebens auf die Formen des rechtlichen Verkehrs anwendbar zu machen. Nach dem Aufhören der französ. Herr- schaft verlor R. seine Stelle. Er beschäftigte sich mit Privatunterricht über sein Fach, ging dann nach Venedig, schrieb über mathematisch- juristische Gegenstände (/,3alla cnnäotta cl^llc acque"), fühlte sich aber in einer nicht bequemen Lage, und nabm daher 1324 den Antrag des Lords Gu i l f o rd , als Lehrer an die Universität zu Corfu zu gehen, mit Bereitwilligkeit an. Obgleich seit 1812 an den Füßen gelähmt, zeigte er doch eine publicistische Thätigkeit, die ihn zum Mitsprechen bey allen Hauptfragen der Gegenwart machte, besonders in Tagblät- tern. Er starb nach langen Leiden am 8. Iuny 1335. Sein berühmtes Werk- Kenesi, erschien in einer 3. Auflage, 3 Bde., Mailand
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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