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1823; 4. Aufl. von P ia t t i , Florenz 1832; deutsch von Luden,
2 Bde., Jena 1833 — 34. Er schrieb noch: voll' i
primit. 6ell6 M2tem2ticke, 2 Bde., Mailand 1322.
IN0l2l6 sllo80ll2, eb. 1834.
Rossetti Edler v. Scander, Dominik, ist den 19. März
1774 in Trieft geboren, Sohn Anton R.'s Edlen v. Scander,
kaiserl. Commerzienrathes, Patriciers von Trieft, vom Herzog von
Modena in den Grafenstand auch für seine männliche Nachkommenschaft
erhoben. Im Collegium Cicog nini zu Prato inToscana lag er den
Gymnasialstudien von 1735 bis 1790 ob, hörte 2 Jahre in Gratz
Philosophie, studierte auf der Universität zu Wien die Rechte, und
erhielt 1800 die Doctorswürde. 1804 trat er in Trieft die Advocatur
an. Von 1306 war er Referent bey der Kriegsschulden-Tilgungs-
commission der Stadt und Gemeinde Trieft; vom May bis October
1809 war erAdjunct des Magissrats - Präsidiums während der französi-
schen Besatzung Trieft's; die Magistrats-Prasidentenstelle, welche ihm
von dem Ordonnateur en chef, Ioubert, angetragen wurde, schlug
er aus. 1811, als die französische Gesetzgebung und Organisation ein-
geführt wurde, zog er sich von der Advocatur zurück, und nahm sie erst
bey der Restauration 1314 wieder auf. 18l3 ging er als stadtischer De«
putirter an den General-Gouverneur La tt ermann nach Laibach ab.,
1814 war er als Deputirter der Patricier und des AdelS zur Huldigung
in Laibach und1816in derselben Eigenschaft Deputirter an den Kai-
ser zu Triest selbst, in Betreffder Herstellung der Privilegien Triest's.
1817 ward er mit kaiserl. Genehmigung zum Anwald der Stadt Triest
ernannt und 1813 als Deputirter nach Ve ned ig gesendet, den
Kaiser zu bewillkommen. 1332 ward er Beysitzer und Referent bey der
Hofcommiffion zur Verfassung des Seegesehbuches, und 1823 zur vor«
lausigenBerathung über den Entwurf nach Wien berufen. 1825 wurde
er an den Kaiser Ferdinand deputirt und den 11. Sept. desselben
Jahres Ritter der eisernen Krone 3. blasse. Im Sommer und Herbste
1336 befand er sich wieder als Beysitzer und Referent der Hofcommis-
sion zur Itedaction des Seecoder in Wien. — N. ist ein vielseitig
ausgezeichneter Gelehrter und Schriftsteller, hochverdient um das Kai-
serhaus, um die Stadt und das Gebieth Triest, um Wissenschaft und
Kunst, nahmentlich um Geschichte und Bibliographie. R.'s Bemühun-
gen und Aufopferungen für das Andenken des großen Winckelmann
sichern ihm die dankbarste Anerkennung der Mit- und Nachwelt, wie
denn auch seine bibliographischen Leistungen, besonders hinsichtlich
Petrarca's und des Äneas Sylv ius (welche beyde Autoren er
so gut als in allen Auflagen besitzt) ihm zum Ruhme gereichen. — R. ist .
die Seele der Wissenschaften und Künste seines Vaterlandes, ein Mann
von iugendlich rüstiger, unermüdlicher literarischer Thätigkeit, von schön-
ster feinster Weltdildung und anmuthiger Liebenswürdigkeit. Ansvruchloser
als R. ist wohl selten ein Gelehrter von solchem Range. — R.'s ge-
druckce Werke sind außer 2 Dramen und einigen italienischen Gelegen-
heilsgedichten folgende: kleäitaxione ztorico-Hnalitica sulle li-Hnckigis
della citt^ äi triezte, Venedig 1815. — Nachschrift zu Kreil's Mne-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie