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pfen, oder der sogenannten Oostorangerie-Bäumchen, eb. 1823. — S.'s
theoretisches und practisches Wirken wurde nicht nur von den Landwirth-
schafts-Gesellschaften in Wien und Grätz, welche ihn zu ihrem corre-
spondirenden Mirgliede erwählten, gewürdigt/ sondern noch mehr liegt
auch ein ehrenderBeweis.darin, daß ganz Oberösterreich, welches durch die
Quantität seiner Obstbäume das freundliche Bild eines Ganens gewinnt,
vorzüglich durch ihn angeeifert, in der Qualität der Obstbaume mäch-
tig vorwärts zu schreiten beginnt und aus seiner Baumschule Mutter-
bäume der edelsten Sorte bezieht, wodurch gewissermaßen vorzüglich für
den Traun-, Hausruck- und Mühlkreis und das angränzende Viertel
Ober - Wienerwald eine Epoche der Veredlung eines so wichtigen Cultur-
zweiges eingetreten ist.
* Schmidts, M., Witwe und Ign. Nlang's Buch-
und Antiquarhandlung in Wien. Letzterer war schon vor 6
Jahren, noch bey Lebzeiten seines OheimS Mich. Schmidt in dessen
Handlung getreten, nnd hatte sich seitdem auf das eifrigste verwendet
und qualisicirt. Seit 1836 ist er öffentlicher Gesellschafter. Sein unge-
mein thätiges, glückliches Streben und Wirken ging und geht auf die
Erweiterung des Antiquargeschäftes aus, wobey vorzüglich große und
seltene Werke berücksichtigt werden. Dieß wird Klang um so eher ge-
lingen , da er nun ganz unabhängig walten kann. 1326 ließ er einen
umfangreichen Antiquar-Catalog erscheinen.
* Schmutz, Carl, setzt als Catastral-Schatzungs-Cammissar
seine Arbeiten dermahl inSteyer fort. Er ist nicht 1731, sondern 1737
geboren.
Schneider, Franz, Organist in dem Benedictinerstifte Melk,
war geb. am 2. Oct. 1737 zu Pulkau in Niederösterreich. Bey seinen
Anlagen zur Musik erhielt er Unterricht im Singen, in derVioline, auf
dem Claviere, der Orgel, und in mehreren Blasinstrumenten. In seinem
16. Jahre war er Schulgehülfe in dem Dorfe Wäizendorf, dann
zweyter Cantor in Pul kau; ein Jahr darauf wurde er Cantor in
Retz; allein, da er hier seine Kenntnisse nicht erweitern konnte, kehrte
er bald wieder nach Pulkau als erster Cantor zurück. 1757 erhielt er
einen Ruf nach Purgstall, einem Marktflecken in der Nähe von
Melk. Endlich nach dritthalb Jahren (1760) kam er nach Melk selbst,
wo der große Albrechts berger sein Vorbild war. S. nahm von ihm
Unterricht in der Composition, und bald nahte unter solcher Leitung sich
sein Talent der Reife. An 6 Jahre war er Gehülfe, und Organist an
der Pfarrkirche. Anfangs 1766, als sich eben Albrechtsberger von
Melk wegbegab, erhielt S. am 6. Jan. desselben Jahres, dessen
Stelle. Er war bis zum 1. Oct. 1763 Organist im Stifte Melk, an
welchem Tage er auch den von seinem Vorfahrer resignirten Schuldienst
erhielt. Er starb den 5. Febr. 1812. Das Stift Melk besitzt beynahe
alle seine Composttionen, worunter 52 Messen, 11 Requiem, 60 Gra-
dualien und Offertorien, 7 Vespern :c.; in allem 131 Werke, von
denen viele eines Albrechtsberger oder Mich. Haydn nicht un-
würdig wären. 5
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie