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Schröder. — Schwarzenberg/ Adolph Graf v.
sendorf nächst Wien, woselbst er unter der unmittelbaren Leitung
des ausgezeichneten ötonomen Pet. Jordan (s. d.) mehrere Jahre
zubrachte. Hierauf begab er sich zur Erlangung der nöthigen Kennt-
nisse in der practischen Iustizpflege und den kreisamtlichen Verhand-
lungen/ auf die ausgedehnte Herrschaft Schrattenthal im V. U.
M. B., und trat endlich 1319 die Verwaltung seiner eigenen Herrschaft
Nieder-Holl abrunn in eben demselben Kreise an. Außer mehreren
Aufsätzen über landwirthschaftliche Gegenstände,, welche zum Theil in
den Verhandlungen der Wiener k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft im
Druck erschienen, und der Beantwortung einer von jener Gesellschaft
aufgestellten Preisfrage, welcher ein Theil des Preises zuerkannt wurde,
unterzog er sich auf deren Veranlassung und Aufforderung einer Über-
setzung von Sinclair 's Grundsätzen des Ackerbaues, welche 1819 in
Wienerschienen.
* Schröder v. Lilienhof, Gottfr. Freyh., war Ritter des
Maria-Theresien-Ordens, und wurde 1766 in den Freyherrnstand er-
hoben.
* Schuster, Mich. Seine Bibliothek kaufte der Fürst August
Lobkowitz.
* Schwarzenberg, das Geschlecht. Friedr. Fürst v. S.,
Domherr zu Salzburg/ wurde im September 1335 von dem dortigen
Metropolitancapitel zufolge des ihm zustehenden Rechtes der freyen Wahl
als Erzbischof postulirt, und von Papst Gregor XVI. am 1. Febr.
1336 präconisirt. Die Consecration und der Einzug des neuerwahlten
Metropoliten von Salzb urg erfolgte den I. May 1836.—Adolvh
Fürst v. S. erhielt im September 1326 den Orden des goldenen Vließes.
Schwarzenberg, Adolph Graf v., iaiserl. Generallieute-
nant, Kriegsrach und Commandant zu Wien, geboren 1547. Er
that zur Zeit, als in Ungarn der Türkeukrieg ausbrach, bey Kaiser
Rudolph I I . Hofdienste. Dem Vertrauen, welches dieser Monarch
in seine früher erprobte Tapferkeit ,und Einsicht setzte, und die der Er-
folg seiner nachmahligen Unternehmungen vollkommen rechtfertigte,
verdankte er den Feldherrnstab. Unter die wichtigsten derselben gehören
die Siege bey Waizen undHatvan, zu denen erden Erzherzog
Maximil ian begleitete, sowie das Treffen bey Keresztes 1596;
denn man hatte das Feld behauptet, den Sultan in die Flucht geschla-
gen und 43 Kanonen genommen, wenn auch nachher durch fremde Feh-
ler die erka'mvfcen Vortheile verloren gingen. Aber bleibendes Verdienst
und unsterblichen Ruhm erwarb sich der Feldherr durch die so wichtige
Wiedereroberung von Raab. Rudolph I I . belohnte seinen Feldherrn
mit dem Reichsgrafenstande nebst einem Geschenke von 100,000 Gul-
den, und vertraute ihm die Eommandantschaft von Wien. Indessen
gewährten ihm Ruhm und Würden nur kurzen Genuß. S. belagerte
das damahls befestigtePä pa, dessen Besatzung, etwa 1,000 Franzosen
und Wallonen, wegen Soldesrückstand sich empört, und mit dem Fein-
de in Unterhandlung eingelassen hatte, um den Platz für eine Summe
Geldes zu überliefern; bey einer so schlimmen Sache sicht die Ver-
zweiflung, und so geschah es, daß bey einem heftigen Ausfalle der Pe-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie