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Siever ing . — Sonn le i thner .
. Sievering (Vber - und Unter-), niederösterr. Dorf im
V. U. W, W., H Stunden von Wien, mit l,070 Einw., hat eine
alte merkwürdige Kirche, Bey dem Steinbruche in der Nahe befindet sich
eine Restauration. Von S. führen schone Wege auf den Himmelberg und
den Hermannskogel, einen schönen Waldberg mit entzückender Fern-
sicht.
* Silbect, Ioh. pet. Von ihm erschien >l836 zü Wien: Fer-
dinand I I . und seine Zeit.
Slowaken, s. unter Bewohner des Raiserthums (im
Hauptwerk).
Sogka(Sojka), Matth.,war1733zuWillimow in Böhmen
geboren. Er zeigte von der frühesten Jugend an große Anlage zur Musik.
Nach vollendeter 5. latein. Classe wurde er von dem Grafen Milesimo
zu I. S. Bach geschickt, um unter seiner Leitung den Generalbaß
und die Composiron zu studiren. Als 1743 Bach an einer Augenkrank-
heit zu leiden anftng, wurde S. von dem Grafen dem Domorgani-
sten in Prag, Ios. Seger, übergeben, um unter ihm die Contra-
punctstudien fortzusetzen. Da er sich außer seinen Compositionen auch
als tüchtiger Orgelspieler auszeichnete, was selbst der berühmte Al<
brechtsberger anerkannte, so erhielt er zu wiederholten Mahlen den
Ruf als Organist nach Prag, Brunn, B re slau u. s. w. Allein
er zog vor, in seinem Geburtsorte als Wirthschaftsbeamter bey dem
Grafen Milesimo zu bleiben, und seine von Geschäften erübrigten
Stunden der Composition und seinen Schülern zu widmen, deren er
viele und zwar unentgeldlich zu Organisten bildete. Unter der großen
Anzahl von Compositionen, die sich auf 300 Werke belaufen, befinden
sich 40 Messen und mehr als 100 Offertorien, Graduale :c. Er starb
1820.
Sonnleithner, Ios., k. k. Hof- und Hofkriegsrathsagent, nieder«
österr. Regierungsrath, auch beständiger Secretar der Gesellschaft ade«
liger Frauen, dann Secretar der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien,
Ehrenmitglied der kö'nigl. Akademie der Musik in Stockholm und der
Gesellschaften der Musikfreunde in Grätz und Laib ach, war den 3.
März 1766 in Wien geboren. Nach einer sehr sorgfältigen Erziehung
im älterlichen Hause, studirte er mit Erfolg an der Universität. Schon
frühzeitig zeigten sich seine guten Anlagen zur Poesie und Musik, die in
der Folge schone Früchte trugen. 1732 errichtete er eine Buchdruckerey
in Wien, die er jedoch nach 2 Jahren wieder aufgab, wonach er eine
Anstellung bey dem Kreisamte im V. U. W. W., damahls in Trais-
kirchen, erhielt. 1787 wurde er durch besondere Gunst des Kaisers
Joseph I I . als Kanzlist in dessen geh. Cabinete angestellt. Nach dem
Tode des Kaisers 1790 wurde S. als Hofconcipist der k. k. Hofkanzley
zugetheilt, und kurz darauf in gleicher Eigenschaft zur k. k. Hofkammer,
Finanz- und Commerz-Hofsselle übersetzt. 1790 erhielt er vom Kaiser
Franz den Auftrag, eine wissenschaftliche Reise nach Deutschland, Dä-
nemark und Schweden zu unternehmen, um Bildnisse und Biographien
von Gelehrten und Künstlern zu sammeln, dessen er sich zur vollsten
Zufriedenheit entledigte. 1801 wurde er Mitglied der Gesellschaft des
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie