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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe W-Z, Band 6
Seite - 602 -
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Sparcasse, ^rste österreichische. — Spendou. Kunst, und Industrie-Comptoirs in Wien. 1804 ward er, nach Ko- tze bue'S Abgang, zum k. k. Hoftheater-Secretär ernannt, welche Stelle er bis 1314 mit Umsicht bekleidete, und während dieser Zeit auch das Repenoir der beyden k. k. Hoftheater mit mehreren Stücken, größ- tentheilS Übersetzungen, bereicherte; auch war er anfangs Redacteur des beliebten Taschenbuches Aglaja. Seit 1811 war er auch, bis zu seinem Tode, Secretär der Gesellschaft der adeligen Frauen, deren Gründung fast ganz sein Werk, welche Stelle er auf daS thätigste und durchaus unentgeldlich besorgte. 1812 entstand, ebenfalls größtentheils durch feine Anregung, die Gesellschaft dcr Musikfreunde in Wien, de- ren Geschäfte er gleichfalls seit dieser Zeit mit Liebe und Energie besorgte, ihre jetzt so reichen Sammlungen leitete und sie durch eigene Beyträge vermehrte. 1816 ertheilte ihm der Kaiser Franz, in Anerkennung sei- ner vielen Verdienste, den Character eines niederösterr. Regierungsra- thes taxfrey, nachdem ihn schon 1315 die vereinigte Hofkanzley zum Hofagenten ernannt, später aber, 1322, wurde er auch zum HofkriegS- agenten ernannt. 1820 erhielt er den königl. dänischen Danebrog-Or- den, so wie ihm auch in verschiedenen Zwischenräumen mehrere in- und ausländische wissenschaftliche Gesellschaften Diplome als Ehrenmitglied er« theilten. Noch 1833 entwarf er den Plan zu einem periodischen Werke, welches die in der gesammten o'sterr. Monarchie bestehenden öffentlichen und Privat-Anstalten und Einrichtungen würdigend schildern sollte und sammelte hierzu mit großem Mühe- und Kostenaufwands viele Materia- lien. Er starb den 26. Dec. 1835 in Wien. Unter seinen zahlreichen Schriften sind vorzugsweise zu nennen: Opernfext zu „Leonore" für Beethoven, welchen Treitschke später in den nunmehr so berühm- ten „Fidelio" umstaltete; zu „Agnes Sorel," „die Pagen deS Herzogs von Vendome," für Gyrowetz; zu „Kaiser Hadrian" für Weig l ; zu „Fanisca" fürCherubini; und „zum goldenen Löwen" fürSeyfr ied; zu dem Oratorium : Die vier letzten Dinge, für Eyble r und noch viele Übersetzungen anderer Operntexte aus fremden Sprachen; mehrere Lustspiele, z.B.: Dir wie mir; die Überraschung ; die Wette; die Sucht zu gefallen :c. Auch übersetzte er mehrere Stücke aus dem Lateinischen, Französischen, Italienischen und Spanischen; auch gab er Hafner's sämmtliche Theaterstücke (3 Bde., Wien 1812) mit Anmerkungen über die österr. Mundart, die jedoch nicht immer zu den glücklichsten gehören, neu heraus. * Sparcasse, erste österreichische Mit dieser hat sich die S. des Alser-Polizeybeznks in Wien »ereinigt. Spendou, Ant., älterer Bruder Ios. S.'s (s. d. im Haupt- werk), war geboren zu Möschnach in Kram 1739, studine zu L ai- bach und Wien, trat in den Weltpriesterstand, und wurde Curat, dann Domherr, endlich DomcustoS bey St. Stephan in Wien; er war auch unter Cardinal Migazzi Spiritual im dasigen Priesterhause. Dann kam er unter Rottenhann alsHofrath und Beysitzer zu derStudien-Hof- commission, und bekleidete zugleich das Vorsteheramt bey der Universi- täts-Bibliothek. S. war ein sehr gelehrter und um die theolog. Fa-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe W-Z, Band 6
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe W-Z
Band
6
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
668
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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