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6«8 Teesdorf. — Thalberg.
bes Jahrhundert als Schullehrer die Jugend seiner Gemeinde unterrich-
tete, ertheilte ihm die ersten Elemente des menschlichen Wissens, und
schickte ihn dann auf das Gymnasium zu Weisiwasser. 1321 kam er
nach Wien und studirte daselbst die Philosophie; aber bald zwang ihn
seine mißliche Lage, die öffentlichen Studien zu verlassen, und sich dem
Lehrfache ganzlich zu ergeben. Dabey vervollkommnete er sich in den
Sprachen der Alten und verlegte sich mit Erfolg auf die der Franzosen,
Italiener, Engländer und Spanier. Seine bisher erschienenen Werke
sind: Geographische Vorschule, Wien 1833. — Die Kunst, in allen
Verhältnissen des Lebens froh und zufrieden zu seyn, eb. 1833; 2. Aufl.,
ob. 1334. — Vorbereitungen für das Leben, eb. 1834. — Die ersten
Elemente der latein. Sprache faßlich dargestellt, eb. 1835. — Ferien-
übungen für Studierende, eb. 1835. — Geist der französischen Claffi,
ker, 2Bdchen., eb. 1836. — Der neue Lafoß; Anleitung, die fran-
zösische Sprache auf leichte Art zu erlernen, eb. 1837. ' ' ' '
Teesdorf, niederö'sterr. Dorf in fiacher Lage am Triestingbache,
im V. U. W. W., mit860Einw., und einer seit 1303 bestehenden/
bedeutenden Baumwollspinnmanufactur. ^ " ^'
5i. Telegraph, der, (österr.Conversationsblatt für Kunst, Litera-
tur, Thearer, Tagsbegebenbeiten, Industrie und Fabrikwesen), eine
Zeitschrift, die seit Jänner 1336 begonnen, von dem geschätzten Litera-
ten W. Lembert (s. d.) mit Umsicht redigirt, in Wien (wöchentlich
dreymahl) erscheint, und durch gehaltvolle Aufsätze bereits große Ver-
breitung gewonnen hat. Viele der vorzüglichsten Schriftsteller des In-
landes.haben sich dem Unternehmen angeschlossen. Äußerst ansprechend
stellen sich die Rubriken: Journal-Controlle, und: Aus Zeit- und an-
dern Schriften, mit und ohne Glossen dar. Im Iuny wurde eine
Preisaufgabe für die bis zu Ende des Jahres einzusendende beste No-
velle (Preis: 30 Ducaten in Gold) veröffentlicht, die von einem lo«
benswürdigen Eifer des Redacteurs und Herausgebers zeugt, das Blatt
auf die möglichst hohe Stufe von Vollkommenheit zu heben.
* Thalberg, Siegmund. Er hatte bereits 1330 ein großes
Concert mit Orchesterbegleitung geschrieben, wovon er den ersten Satz
in einer von ihm im April dess. Jahres zum Vortheile der durch die da-
mahlige Überschwemmung in W i e n Verunglückten gegebenen musikali-
schen Akademie mit ausgezeichnetem Beyfall gespielt. Auch in Par i s
wurde sein außerordentliches Talent sowohl in den Concerten des dorti-
gen Conservatoriums, als auch in einem selbst am 28. Febr. 1836 zum
Vortheile der durch den Brand der kus 6u ?ot. cle-I^er in Par is
Verunglückten gegebenen, auf das ruhmvollste anerkannt, und als
Wohlthäter der Menschheit wurde er denselben Tag mit der doppelten
Medaille deräociete „Nant^on et Isranklin," in Par is nebst einem
sehr schmeichelhaften Schreiben ihres Directors I a r r y de Mancy,
beehrt. Später gab er ein eigenes mit stürmischem Beyfall. Die Vor-
züglichkeit seiner Leistungen, sowohl in Rücksicht der Composition als
des Vortrages, wurde in sehr vielen französischen Iournalaufsatzen ge-
würdigt, wovon die Wiener allg. Theaterzeitung vom 22. Febr. !836 eine
auszugsweise Zusammenstellung, und die vom 12. April deös. Jahres
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie