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612 n^''s TriobelNBgg. — Ulbrich.
Nltter des goldenen Vließes, wurde l?11 in den Reichsfürstenstand er-
hoben und starb'l?24, mir'Hinterlassung von 4 Söhnen, von welchen
der älteste, Ioh . W i l he lm / geb. 1700, den Fürstentitel fortführte;
er war geh. Rath, Erbländhofmeister in Oberösterreich, Erblandmar-
schall in Tyrol und bis 1730 Reichshofrath.
Triebelnigg, Grdgor, ist 1793 zu Teichel, einem Pfarr-
orte in dem gleichnahmigen Hochgebirgs-uttd Seitenthals der Mol l , im
Villacher Kreise Kärnthens geboren, der Sohn eines sogenannten
Keuschlers. Er ist merkwürdig durch seine Reisen und Schicksale. T.
war in jener abgelegenen Gebirgsschlucht bis in fein 12. IahrSchafbirt
feines Vaters gewesen. Einst widerfuhr ihm das Unglück, in diesen stei-
len Weiden ein Schaf zu verlieren. Die Strenge seines Vaters fürch-
tend, entwich er in Angst über das Gebirg, kam nach Lienz in Tyrol
und endlich bis Triest, wo er die Gelegenheit fand, von einem hollan-
dischen Seefahrer als Schiffsjunge aufgenommen zu werden. AlS solcher
machte er viele Seereisen'und lernte die meisten Seehafen des mittellän-
dischen und atlantischen Meeres kennen. Er besuchte endlich auch West-
indien, und kam zweymahl in die holländischen Besitzungen Sur inam
und Essequebo in Südamerika. Als Seemann erst lernte er lesen und
schreiben, und erwarb sich auch die für den Seemann nöthigen höheren
Kenntnisse, welche ihn zu verschiedenen Dienüeskathegorien verwendbar
machten, und in die Lage setzten/ durch eigene Speculationen ein bedeu-
tendes Vermögen zu erwerben. Er spricht und schreibt am schwersten seine
Muttersprache, besser aber Italienisch, Französisch, Englisch und vor-
züglich Hollandisch. Nach zwanzigjähriger Abwesenheit erschien der langst
todt geglaubte/aus Am sterdam kommend, plötzlich in seiner Heimath
wieder, wo ihn Niemand mehr erkannte. Er traf seinen Vater noch am
Leben, allein nicht mehr in Teichel, sondern in Ob er-Vel l ach, wo
er eine andere Hübe besaß; verweilte 3 Monathe unter seinen Verwand-
ten, die er sämmtlich reichlich beschenkte, und kebrte nach Am sterdamzu-
rück, wo er, die Seedienste verlassend, bey der königl. Holland. Schiff-
bau-Inspection angestellt wurde.
* Triest. Topographie. Das Monument Winckelmann's
ist an der Domkirche.
* Tr imme!, s. Emi l (im Hauptwerk und im Supplement).
* 44garte, dle Grafen. Aloys Graf v. u. erhielt im Sep-
tember 1836 das Großkreuz des Leopold-Ordens.
Ulbrich, Maximi l . , geboren 1752 zu Wien , war der Sohn
eines Hofsangers, wurde zu Wien in dem E«minarium der Jesuiten
erzogen, wo er durch Wagenseil den ersten Unterricht sowohl im Ge-
neralbasse als in der Composition erhielr.Nach vollendeten Studien über-
nahm Reit ter die fernere Ausbildung seines musikalischen Talentes,
von welcher Zeir seine besondere Lust und Vorliebe für den Kirchenstyl
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie