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626 Wickenburg, Mathias Constantin Graf v.
mark; Großkreuz des königl. bayer. St. Michael-Ordens; Mitglied
der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaften in W ien , Grätz und Lai«
bach, und des A^usik-Vereins in Steyermark, dann Protector des
Armenversorgungs-Vereins und der Sparcasse in Grätz, ist auf dem
Rittergute P esch in der Nähe von Düsseldorf den ^6. Iuly 1797
geboren. Sein Vater, Ant. Oraf v. W., war churpfälzlscher General
- und Gesandter an den Höfen von Petersburg und W ien ; seine
Mutter, Lucie, war eine geborne Gräfinn v- Halberg. Noch sehr
jung kam Graf W. mit seinen Altern nach Wien, wo er die öffent-
lichen Schulen und die Universität mit ausgezeichnetem Erfolge besuchte.
Nach vollendeten Studien trat er sogleich in Staatsdienste, und zwar
begann er seine Laufbahn bey dem Kreisamte im V. U. M. B. zu Kor,
n euburg. Von dort gelangte er zur niederösterr. Regierung und etwas
später zur allgem. Hofkammer, wo er bald zum überzahligen Hofconci<
visten und Hofsecretär befördert wurde. Aus eigenem Antriebe übersetzte
ihn Kaiser Franz 1822 zur vereinigten Hofkanzley, indem er ihm dort
eine wirkliche, besoldete Hofsecretärsstelle verlieh. Ein Jähr später er-
folgte seine Ernennung zum niederösterr. RegierunaMatb und nach Ver-
lauf eines weitern Jahres seine Berufung zu dem Posten eines Kreis-
hauptmanns im V. O. M. B. zu Krems. Kaxm dort angelangt, über-
trug ih>m der Kaiser in einer außerordentlichen Mission die Untersuchung
aller im Laufe vieler Jahre vorgekommenen Unterthatisbeschwerden im
Mühlkreise des Landes ob der Enns, welchen beschwerlichen Auftrag er
zur vollsten Zufriedenheit erfüllte. Auf seinen Platz zurückgekehrt, ver«
waltete er das ihm anvertraute Amt mit der eifrigsten Pflichterfüllung,
trug zum Flore des Kreises wesentlich bey, legte bedeutende Straßen an,
wie z. B. jene über W a id h o f e n anderThaya bis an die böhm.
Gränze in einer Ausdehnung von 6 Meilen, jene, die überEggenburg
nach Znaym führt, leitete mehrere andere ansehnliche Bauten, war
stets zu allen großmüthigen Opfern bereit, zeichnete sich bey Überschwem-
mungsgefahren und^ Feuersnoth durch Geistesgegenwart und schnelle
Hülfeleistung aus, und erwarb sich durch unparteyische Geschäftsbesor-
gung, durch Gerechtigkeitssinn und humanes Benehmen die Liebe und
Anhänglichkeit aller Kreisinsassen in dem Maße, daß sie ihn mit
Bedauern von sich scheiden sahen, als an ihn plötzlich im Spätsommer
1830 der Ruf seines Monarchen erging, nach dem zum Gouverneur der
Lombardie ernannten Grafen v. Hart ig in der Eigenschaft eines Gu-
bernial-Viceprasidenten die vollständige Leitung der Provinz Steyer-
mark zu übernehmen. Dieser neue Wirkungskreis eröffnete seinen Bestre-
bungen für das allgemeine Wohl, seinem Dränge alles Gute und Nütz-
liche mit Wärme zu unterstützen, ein weiteres Feld. Ihm verdankt das
schöne Land einen lebhaften Aufschwung, eine, sich überall hin verbrei-
tende Thätigkeit, eine große Anzahl der gewichtigsten Verbesserungen.
Unter den vielen von ihm getroffenen Einrichtungen würde schon allein
die Gründung der Bade- und Trmkanssalt zu Gl eichen berg, um
die dort befindlichen, vortrefflichen, den Selterserwasser ganz ähnlichen,
bis dahin aber kaum gekannten und ganz verwahrlosten Quellen dem
Gebrauche der leidenden Menschheit zugänglich zu machen, ihm ein blei-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Band 6
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe W-Z
- Band
- 6
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 668
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie