Seite - 184 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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analysierten Länder festgestellt werden, dass dieses Argument nicht zutrifft.
Es zeigt sich, dass es auch in den genannten Herkunftsländern zu einer Al-
terung der Gesellschaft kommt. Auch die Zahl an Erwerbstätigen in den
einzelnen Ländern verzeichnet eine ähnliche demografische Entwicklung.
Auch hier gibt es keinen besonderen Hinweis, dass es aufgrund steigender
Zahlen an Erwerbstätigen zu einer Migration kommt.
Die Gesundheitssysteme in den hier analysierten Ländern haben sich seit
1990 unterschiedlich entwickelt. Sie waren geprägt vom Umbruch vom kom-
munistischen zum marktwirtschaftlichen System. Seither haben die Länder
vor allem mit hohen Inflationsraten, niedrigem Bruttoinlandsprodukt, Um-
strukturierungen und Veränderungen im Gesundheitssystem zu kämpfen.
Als weitere Gründe für Migration können auch die hohe Arbeitslosigkeit
und geringe Entlohnung und des Weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten im
Zielland gesehen werden.
6.1.2 Soziale und kulturelle Dimension
Die Begründung von Migration mithilfe der sozialen und kulturellen Di-
mension stützt sich vor allem auf zwei wesentliche Bereiche: das soziale
Netzwerk und die Sprache. Eine wesentliche Grundvoraussetzung für das
Verständnis der sozialen Dimension in der Wanderung von Personen wur-
de bereits mit der Vorstellung des Themas in Kapitel 5 gelegt. In diesem
Kapitel wurden die Migrationsbewegungen nach Österreich ausführlich
analysiert. Ausgebend von der Definition des sozialen Netzwerkes im Ka-
pitel 4.3.3, kann dieses jedoch nicht vollständig auf Makro-Ebene mit die-
sen Daten identifiziert werden, da ein soziales Netzwerk gekennzeichnet
ist durch berufliche, familiäre, kulturelle und emotionale Beziehungen.
Daher wird zusätzlich zu den Daten in Kapitel 5 auf Makro-Ebene die
Analyse verstärkt auf jene Zahlen zurückgreifen, die Auskunft darüber
geben, wie viele Personen mit einem bestimmten Migrationshintergrund in
Österreich leben und damit ein potenzielles Netzwerk für zukünftige Mig-
ranten darstellen. Der zweite Teil wird sich mit dem Einfluss der Sprache
auf die Migration auseinandersetzen. Wie bereits in Kapitel 4 erwähnt,
kann dieser Faktor als Möglichkeit der Weiterbildung, aber auch als Bar-
riere gesehen werden.
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien