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Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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ökonomischen Entwicklung des ehemaligen Jugoslawien. Hervorzuheben ist einerseits die Gastarbeitersituation, auf der anderen Seite der Zerfall des Landes Anfang der 1990er Jahre, aus dem heraus die beiden heuti- gen Staaten entstanden. Die Migrationsbewegungen seit den 1960er Jah- ren fanden in vier Phasen statt. In der ersten Phase bis 1964 gab es kaum Migration, wohingegen zwischen 1964 und 1973 ein Boom startete. [vgl. Malacic 1994, 209f.] Dabei war Anfang der 1960er Jahre Auswanderung, aufgrund des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg, von Seiten des Staates nicht gern gesehen. Die Wirtschaftsreform von 1965 im ehemaligen Jugoslawien und die damit einhergehende wachsende Freisetzung von Be- schäftigten in Verbindung mit dem steigenden Bedarf an Arbeitskräften im Ausland führten zu bilateralen Anwerbeabkommen. Mit Österreich wurde ein solches 1964 abgeschlossen. Dabei zeigte sich, dass in der Nachkriegs- zeit noch aus politischen Gründen migriert wurde, danach - bei noch im- mer vorherrschender politischer Unterdrückung - zumindest nach außen hin vermittelt, wirtschaftliche Auswanderung stattfand. Diese war jedoch nur temporär, sodass die Familie zumeist zu Hause blieb. Dabei waren es nicht Männer, die auswanderten, sondern knapp die Hälfte waren Frauen. Tabelle 49 zeigt einen Überblick über die Zahl der Arbeitsmigranten im Jahr 1973, die aus jugoslawischen Statistiken entnommen wurden. Zahlen in Zielländern sind durchschnittlich um 15 % höher. [vgl. Goeke 2007, 132ff.] Schließlich kam es 1972 zum sukzessiven Ende der Anwerbepraxis, was 1973 auch Ausdruck in einem „Gesetz zum Schutz der im Ausland beschäf- tigten Arbeitskräfte, das die Vermittlung von Erwerbspersonen auf Arbeits- lose und ausgewählte Berufsgruppen beschränkte" [Goeke 2007, 136] fand. Dem folgte zwischen 1974 und 1979 aufgrund steigender Entlassungen im Ausland wieder ein Rückgang der Auswanderung aus dem ehemaligen Ju- goslawien. [vgl. Malacic 1994, 209f.]111 111 Die Situation der Gastarbeiterbewegung wurde an dieser Stelle nur skizziert, da der Schwerpunkt der Darstellung in den 1990er Jahren bis heute liegt. Trotzdem hat die damalige Entwicklung einen Einfluss - in Form von sozialen Netzwerken und langjähriger Tradition in den Wanderungen - auf die heutige Situation. Eine genaue Darstellung der Gastarbeiterbewegung findet man unter anderem bei Bernhard San- te! (1995, 54ff.]. 195
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Pflegekräftemigration nach Österreich Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien
Titel
Pflegekräftemigration nach Österreich
Untertitel
Eine empirische Analyse
Autor
Maureen Lenhart
Verlag
PETER LANG - Internationaler Verlag der Wissenschaften
Datum
2010
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
ISBN 978-3-631-75391-0
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
304
Kategorie
Medizin
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