Seite - 215 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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andere Faktor beziehungsweise die eine oder andere Variable für den un-
tersuchten Personenkreis ist.
Analyse der Gründe für permanent migrierende Pflegekräfte
Der Datensatz131, der sich mit der permanenten Migration auseinandersetzt,
beinhaltet 185 beantwortete Fragebögen von Pflegekräften aus Polen (57
Fragebögen), der Tschechischen Republik ( 17 Fragebögen), der Slowakei
(41 Fragebögen), Kroatien (17 Fragebögen) und Bosnien und Herzegowina
(53 Fragebögen), die heute in Österreich arbeiten und leben. Mehr als 60 %
tun dies in Wien, weitere 19 % in Niederösterreich. 92 % dieser Fragebögen
wurden von Frauen ausgefüllt, die zwischen 1977 und 2007 nach Öster-
reich migrierten. Davon sind 66,8 % vor 1996 eingewandert. Der Großteil
der Pflegekräfte (92,9 % ) hatte zum Zeitpunkt der Einwanderung eine Aus-
bildung zum/zur diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger.
Weitere 3,3 % waren Pflegehelfer, 1,1 % Ärzte, 2,2 % Hebammen und eine
Person war allgemein in der Ausbildung tätig.
Eine wichtige Barriere für die Migration, die bereits unter Kapitel 6.1.2 an-
gesprochen wurde, sind fehlende Sprachkenntnisse. Sprachprobleme dürf-
ten bei den hier im Mittelpunkt stehenden, permanent migrierenden Pfle-
gekräften, die nach Österreich gekommen sind, eine untergeordnete Rolle
spielen, da 68 % der Pflegekräfte angaben Deutschkenntnisse zu haben.
Das Niveau variiert zwischen Basiskenntnissen und sogar Muttersprache.
So gaben 12 % an, Deutsch zum Zeitpunkt der Einreise sehr gut und 18 %
gut beherrscht zu haben. Im Vergleich dazu gaben rund 60 % dieser Pflege-
kräfte an, keine Englischkenntnisse gehabt zu haben. Dies zeigt bereits, dass
Sprachkenntnisse ein wesentlicher Einflussfaktor für die Wahl des Ziellan-
des zu sein scheinen. Des Weiteren gaben 88 % der Personen an, nie im Aus-
land ein Praktikum absolviert zu haben, jedoch waren zumindest 80 %132
der Pflegekräfte, bevor sie nach Österreich migrierten, in ihrer Heimat in
ihrem Beruf tätig.
131 Die soziodemografischen Daten werden in der Folge detailliert dargestellt. In der ge-
trennten Analyse nach Zeitraum und Region, die in der Folge noch dargestellt werden,
wird von einer detaillierten Betrachtung der soziodemografischen Daten abgesehen.
132 Die sechs Personen, die in ihrer Heimat zu Ärztinnen, Hebammen und zur Professo-
rin ausbildet wurden, haben an diese Stelle mit Nein geantwortet, da die Frage auf
den Pflegeberuf gerichtet war. Es kann im Nachhinein nicht festgestellt werden, ob
sie in ihrem Beruf gearbeitet haben oder nicht.
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien