Seite - 216 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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In einem zweiten Teil wurde schließlich Genaueres zur Situation, bevor die
Pflegekräfte nach Österreich kamen, erfragt. Soziodemografische Daten zei-
gen, dass 44 % zum Zeitpunkt der Migration ledig, 48 % verheiratet und
weitere 6 % geschieden waren. Rund 40 % lebten in einem 4- bis ?-Perso-
nen-Haushalt und nur 18 % in einem Singlehaushalt. Des Weiteren gaben
rund 53 % an, Kinder zu haben. Die Migrationsentscheidung wurde zu
38 % allein getroffen. In allen anderen Entscheidungsprozessen war mehr-
heitlich die Familie mit eingebunden. Die Wahl des Landes war ein weiterer
Entscheidungsschritt für die Pflegekräfte. Hierbei haben 61 % angegeben,
dass kein weiteres Land neben Österreich zur engeren Wahl stand. In jenen
Fällen, in denen mehr als ein Land zu Wahl standen, lässt sich beobachten,
dass die Auswahl von potenziellen Zielländern sehr breit gefächert war. Her-
vorzuheben sind vor allem die Ergebnisse für Deutschland und die Schweiz.
10 % der Pflegekräfte gaben an, dass Deutschland und 13 % die Schweiz
als ein mögliches Zielland ins Auge gefasst worden waren. In diesem Teil
wurde schließlich abschließend darauf eingegangen, ob den Pflegekräften
bestimmte Informationen zur Verfügung standen, bevor sie nach Österreich
migrierten. Hierbei gaben 4 7 % der Pflegekräfte an, Informationen zum Ar-
beitsmarkt gehabt zu haben, 41 % hatten Informationen zum Lohn, 52 %
Informationen zur Anerkennung der Qualifikationen und weitere 48 % In-
formationen zu freien Stellen. Diese Informationen erhielten die Personen
vor allem über Freunde und Bekannte.
Im Folgenden werden die Ergebnisse der Bewertung der einzelnen Gründe
für Migration und deren Bedeutung dargestellt. In einem ersten Schritt ge-
ben Mittelwert, Median und Modus Aufschluss über die Datenlage. Der
Mittelwert schwankt von 1,5 - relativ unwichtig - bis hin zu rund 3,8 - re-
lativ wichtig. Hierbei hat sich gezeigt, dass sich keine einzelne Variable als
der entscheidende Grund, zu migrieren, deuten lässt. Der wichtigste Grund
für Pflegekräfte, nimmt man eine Reihung nach den Mittelwerten vor, ist
demnach die Möglichkeit, eine Fremdsprache zu lernen, die eine hohe
Zustimmung erhalten hat. Ebenfalls wichtig sind die besseren Verdienst-
möglichkeiten und der bessere Lebensstandard in Österreich, so wie auch
die Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Der fünftwichtigste
Grund sind schließlich die besseren Arbeitsmöglichkeiten in Österreich. Der
Mittelwert stellt jedoch nur eine Möglichkeit der Analyse dar. Sowohl der
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien