Seite - 228 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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kräfte gegenübergestellt. Dieser Datensatz144 beinhaltet 87 Fragebögen. 26
Fragebögen wurden von Pflegekräften aus der Tschechischen Republik und
61 Fragebögen von Pflegekräften aus der Slowakei beantwortet. Diese Per-
sonen arbeiten in Österreich, wohnen jedoch im Ausland, davon 27 in der
Tschechischen Republik und 60 in der Slowakei. Eine Person stammt daher
ursprünglich aus der Slowakei, wohnt heute jedoch in der benachbarten
Tschechischen Republik. In diesem Zusammenhang kann allerdings keine
Aussage darüber gemacht werden, ob diese Pflegekräfte auch einmal in Ös-
terreich gelebt haben.
Der Großteil der Pflegekräfte hatte zum Zeitpunkt der Wanderung nach Ös-
terreich die Ausbildung im Bereich der gehobenen Dienste für Gesundheits-
und Krankenpflege abgeschlossen. Eine Person war zu diesem Zeitpunkt
diplomierte Physiotherapeutin. 61 % der Personen gaben an, zum Zeitpunkt
der Einreise sehr gute oder gute Kenntnisse der deutschen Sprache gehabt
zu haben. Im Vergleich dazu gaben nur 6 % an, Englischkenntnisse auf
diesem Niveau gehabt zu haben. Auch haben diese Personen mehrheitlich
(93 % ) zuvor kein Praktikum im Ausland absolviert. 51 % der Pflegekräfte
haben die Entscheidung zur Wanderung allein getroffen, wobei rund 66 %
der Pflegekräfte angaben, dass kein weiteres Land als Österreich zur Wahl
stand. Wenn ein weiteres Land angeführt wurde, dann waren dies vor allem
Deutschland und die Schweiz. 57 %145 der Pflegekräfte hatten Informatio-
nen zum Arbeitsmarkt, 68 % Informationen zum Lohn, 77 %146 Informa-
tionen zur Anerkennung der Qualifikationen und 79% zu freien Stellen.
Diese Informationen bekamen sie vor allem von Freunden und Bekannten.
Die Gründe für die Migration liegen bei temporär migrierenden Pflegekräf-
ten etwas anders. Die Liste der Gründe147 inkludiert nur jene Variablen, die
144 Die folgende Analyse basiert stets auf den vollständig ausgefüllten Fragen. fehlende
Angaben werden in der Folge nicht erwähnt, wenn diese die Marke von 5 % nicht
übersteigen.
145 Diese Frage wurde von fünf Personen nicht beantwortet.
146 Diese Frage wurde von sechs Personen nicht beantwortet.
14 7 Bessere Verdienstmöglichkeiten in Österreich. Bessere Arbeitsmöglichkeiten
in Österreich. Möglichkeit, in einer Krankenanstalt in Österreich zu arbeiten.
Möglichkeit, in einem Alten-/Pflegeheim in Österreich zu arbeiten. Bessere
Karrieremöglichkeiten in Österreich. Bessere Weiterbildungschancen in Öster-
reich. Anerkennungsmöglichkeiten meiner Qualifikationen. funktionierendes
Gesundheitssystem in Österreich. Soziale Sicherheit [z. B. Arbeitslosengeld] in
Österreich. Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Andere Famili-
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien