Seite - 229 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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für die Gruppe tatsächlich relevant sind. So wurden Gründe wie unter ande-
rem politische Instabilität, Verfolgung, Möglichkeiten für Kinder und (Ehe-)
Partnerin aufgrund des Migrationstyps aus der Analyse herausgenommen.
Eine Faktorenanalyse schlug bei diesem Datensatz fehl, da Variablen auf-
einanderluden, die keinen gemeinsamen Inhalt hatten. Dies deutet auf eine
beträchtliche Heterogenität der Gründe für Migration hin. Daher stützt sich
die Erklärung der Gründe für die Migration von temporär migrierenden
Pflegekräften auf die folgende deskriptiv-statistische Auswertung (siehe Ta-
belle 67).
Tabelle 67: Die zehn wichtigsten Gründe temporär migrierender Pflegekräfte
aus der Tschechischen Republik und aus der Slowakei laut Mittelwert
Gründe für Migration Mittelwert Median Modus
Bessere Verdienstmöglichkeiten in Österreich 4,62 5 5
Möglichkeit, eine Fremdsprache zu lernen 4,61 5 5
Unterstützung durch meine Familie 4,05 5 5
Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen 4,01 5 5
Freundlicher Empfang in Österreich 3,83 4 5
Bessere Arbeitsmöglichkeiten in Österreich 3,83 4 5
Berichte über Erfahrungen in Österreich von anderen 3,60 4 5
funktionierendes Gesundheitssystem in Österreich 3,59 4 5
Möglichkeit, in einer Krankenanstalt in Österreich zu arbeiten 3,55 4 4
Möglichkeit, in einem Alten-/Pflegeheim in Österreich zu
arbeiten 3,48 4 5
[Eigene Berechnungen, siehe auch Tabelle 86 im Anhang]
Es zeigt sich, dass der Entscheidungsprozess, in Österreich zu arbeiten, von
sehr unterschiedlichen Gründen beeinflusst wird. Laut dieser Erhebung sind
für temporär migrierende Pflegekräfte vor allem die „besseren Verdienst-
möglichkeiten in Österreich" und die „Möglichkeit, eine Fremdsprache
zu lernen", wesentliche Antriebe, nach Österreich zu kommen. Auch die
„Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen", trägt zur Migration
enangehörige [außer (Ehe-)Partnerln] lebten in Österreich. In Österreich lebten
bereits viele Leute aus meiner Heimat. Kollegen arbeiteten bereits in Österreich
[z. B. im Krankenhaus]. Unterstützung durch meine Kollegen in meiner Hei-
mat. Unterstützung durch meine Familie. Informationen zu Österreich [z. B.
Wohnmöglichkeiten]. Freundlicher Empfang in Österreich. Möglichkeit, eine
Fremdsprache zu lernen. Berichte über Erfahrungen in Österreich von anderen.
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien