Seite - 233 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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neun Variablen als wichtigen oder sehr wichtigen Grund (Mittelwert über
3,5, siehe Tabelle 67). Zu diesen Variablen gehören auch einige Gründe,
die zu den sozialen und legislativen Dimensionen gezählt werden können.
Somit zeigt sich, dass die klassischen ökonomischen Gründe in der Migra-
tionsentscheidung nicht so stark dominieren, wie sie dies bei der Entschei-
dung permanent migrierender Pflegekräfte tun.
6.3 Die Gründe für Migration in der Zukunft -
Die individuelle Sichtweise
Im folgenden Abschnitt wird das Thema der Gründe für Migration von
Pflegekräften erneut aus individueller Sichtweise Betrachtung finden. Jedoch
soll sich nun, ausgehend von den Kapiteln 6.1 und 6.2, die sich mit der
Vergangenheit auseinandersetzen, die folgende Analyse mit den Gründen
für Migration in der Zukunft beschäftigen. Dabei soll der Frage nachge-
gangen werden, aus welchem Antrieb heraus Pflegekräfte in der Zukunft
für eine Beschäftigung nach Österreich migrieren würden. Mithilfe einer
neuen, eigenen Befragung wird die individuelle Sichtweise der Pflegekräfte
dargestellt. Im Gegensatz zu der Analyse unter 6.1 und 6.2 wird sich dieser
Abschnitt ausschließlich mit der Slowakei auseinandersetzen. Dies resultiert
aus der Tatsache, dass rund 12 % der im Ausland ausgebildeten Pflegekräfte
in Österreich in der Vergangenheit aus diesem Land migrierten (siehe Kapi-
tel 5). Zusätzlich wird vermehrt von slowakischen Pflegekräften, die in der
24-Stunden-Pflege tätig sind, berichtet. Es werden jedoch Zukunftsszenarien
diskutiert, die davon ausgehen, dass spätestens nach der Öffnung des öster-
reichischen Arbeitsmarktes jene Arbeitskräfte aus den neuen EU-Mitglied-
staaten, die derzeit in der 24-Stunden-Pflege tätig sind, es anstreben werden,
in Österreich unter anderem in Krankenanstalten und Alten- und Pflegehei-
men zu arbeiten. [siehe unter anderem Schmid 2006, 158] Betrachtet man
den Umstand eines möglichen Mangels an Pflegekräften in Österreich (siehe
Kapitel 6.1.1 ), könnte dies zutreffen. Die Slowakei scheint somit ein wichti-
ges potenzielles Herkunftsland für legal tätige Pflegekräfte zu sein.
Die folgende Analyse wird sich mit den potenziellen Migrantlnnen und ihren
Gründen auseinandersetzen. Die Grundlage der Analyse bildet eine neue,
eigene Befragung, die in der Slowakei durchgeführt wurde. Im Abschnitt
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien