Seite - 249 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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Personen, die aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Österreich migrier-
ten. Auch der Grund des besseren Lebensstandards in Österreich zeigt sich
auf individueller Ebene durchgehend als wichtig. Eine untergeordnete Rolle
spielen jedoch Karrieremöglichkeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten als
Begründung für Migration. Vor allem jedoch die Aspekte der Arbeitsmög-
lichkeiten für den (Ehe-)Partner und die Ausbildungsmöglichkeiten für die
Kinder spielen bei aller unterschiedlicher individueller Sichtweise keine ent-
scheidende Rolle. Auch auf Basis der Berechnungen mittels Faktorenanalyse
wurden durchgehend die beruflichen und finanziellen Perspektiven der Pfle-
gekräfte selbst als Gründe identifiziert. Doch obwohl auf Makro-Ebene als
auch Mikro-Ebene die ökonomischen Faktoren als sehr wichtig für die Ent-
scheidung zugunsten einer Migration eingestuft wurden, konnten diese nur
bedingt die Entscheidung der Migration erklären.
Soziale und kulturelle Dimension
Das in Kapitel 4 vorgestellte Konzept beinhaltet in weiterer Folge die sozia-
le und kulturelle Dimension. Ausgangspunkt der Überlegung war, je näher
sich zwei Länder kulturell sind und je größer das soziale Netzwerk im Ziel-
land ist, desto eher werden Migrationsströme positiv beeinflusst werden.
Als besonders bedeutend hat sich die kulturelle Dimension gezeigt. Diese
wurde jedoch in dieser Arbeit nur durch eine Variable charakterisiert - die
Sprache. So zeigte sich, dass obwohl zwischen den Herkunftsländern und
Österreich große sprachliche Unterschiede vorgefunden werden, die Mög-
lichkeit, eine Fremdsprache zu erlernen, für die Pflegekräfte als ein wesent-
licher Grund für die Migration gesehen wird. Dies zeigte sich vor allem bei
permanent migrierenden Pflegekräften nach den historischen Brüchen und
im Speziellen für Pflegekräfte aus der Tschechischen Republik, der Slowakei
und Polen. Diese Variable kann indirekt auch als eine Möglichkeit der Wei-
terbildung gesehen werden, die wiederum, betrachtet man nur die einzelnen
Variablen, als eher unwichtig angesehen wurde. Des Weiteren luden diese
beiden Variablen nicht auf einen Faktor165, wodurch die Schlussfolgerung
der getrennten Wahrnehmung dieser beiden Aspekte von Seiten der Pflege-
kräfte gezogen werden kann.
165 Eine Ausnahme bildet die Analyse der permanent migrierenden Personen aus dem
ehemaligen Jugoslawien. Die Ladungen sind jedoch hier sehr schwach ausgeprägt.
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien