Seite - 251 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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Personen, die vor den historischen Brüchen nach Österreich migrierten und
im Speziellen für die Länder des ehemaligen Jugoslawiens als entscheidend
angesehen werden kann. Die legislative Dimension beinhaltet die Mög-
lichkeit einer Arbeitserlaubnis und die Anerkennungsmöglichkeiten. Vor
allem für Pflegekräfte aus den neuen EU-Mitgliedstaaten sind seit 2004 ei-
nige Erleichterungen eingetreten, womit Barrieren abgebaut wurden. Dies
zeigt sich auch bei der Analyse auf Mikro-Ebene. Vor allem die „Möglich-
keit, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen", spielt für Pflegekräfte eine we-
sentliche Rolle. Zusätzlich zeigt sich durch die Faktorenanalyse, dass das
positive Arbeitsumfeld - dieses beinhaltet auch legislative Aspekte wie die
Anerkennung der Qualifikationen - sich ebenfalls als entscheidend heraus-
stellte. Dies ist vor allem für die neuen EU-Mitgliedstaaten beobachtbar.
Die Gründe für die Migration in der Zukunft
Komplettiert wird dies durch die Ergebnisse, die man durch die Befra-
gung potenzieller Migrantinnen erhielt. Hier stützten sich die Ergebnis-
se vor allem auf die ökonomischen Variablen, wiederum auf die „Mög-
lichkeit, eine Fremdsprache zu lernen", und vor allem auf die legislativen
Variablen. Verbindet man diese Ergebnisse mit jenen der Analyse für die
zukünftige Migration lässt sich sehr wohl eine gewisse Struktur erken-
nen, die sich auch für die zukünftige Migration fortführen lässt. Migra-
tion vor den historischen Brüchen wurde vor allem durch die politischen
Konflikte ausgelöst. Diese Ergebnisse sind jedoch vor dem Hintergrund
der verstärkten Einwanderung aus dem ehemaligen Jugoslawien zu sehen.
Nach diesen Brüchen waren primär ökonomische und legislative Fakto-
ren von Bedeutung. Dieses Ergebnis ist vor allem geprägt von den vielen
Antworten aus den neuen EU-Mitgliedstaaten. Betrachtet man abschlie-
ßend die temporäre Migration - Herkunftsländer sind die Slowakei und
die Tschechische Republik -, zeigt sich auch hier wiederum die verstärkte
Begründung durch dieselben Faktoren. Bei allen diesen Aspekten spielt
zusätzlich der Faktor Sprache eine Rolle, die nicht als Barriere, sondern
als Möglichkeit betrachtet wird. Die letzte Entwicklung spiegelt sich auch
in der näheren zukünftigen Entwicklung wider, was darauf hindeutet, dass
Migration weiterhin stattfinden wird, da externe Faktoren wie politische
Instabilitäten wahrscheinlich in diesen Ländern nicht mehr in diesem Aus-
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien