Seite - 252 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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maß auftreten und zusätzlich legislative Faktoren weitere Erleichterungen
erfahren werden.
6.5 Zusammenfassung
Im Rahmen dieses Kapitels konnte aufgezeigt werden, dass unterschiedliche
Aspekte die Migrationsentscheidung beeinflussen. Dazu wurden auf unter-
schiedlichen Ebenen - Mikro- und Makro-Ebene -Analysen vorgenommen.
So konnte für die Vergangenheit aufgezeigt werden, dass die demografi-
sche Entwicklung nur bedingt eine Auswirkung auf die Migration ausübte.
Vielmehr spielen hohe Arbeitslosigkeit im Herkunftsland, offene Stellen im
Zielland und hohe Lohnunterschiede für permanente Migration nach dem
historischen Bruch eine wesentliche Rolle. Auch auf Makro-Ebene konnten
Hinweise für ihre Bedeutung gefunden werden. Hingegen zeigte sich für
das soziale Netzwerk, das bei der Analyse auf aggregierter Ebene sehr wohl
identifiziert werden konnte, dass diese die individuelle Entscheidung nur
wenig prägt. Anders wiederum präsentiert sich das Ergebnis bezüglich der
Fremdsprache. Diese stellt keine Barriere dar. Pflegekräfte sehen die Wan-
derung als eine Möglichkeit, Sprachkenntnisse zu verbessern oder zu erwei-
tern. Schließlich konnte politische Instabilität als Begründung für die Mig-
ration von Pflegekräften aus den südosteuropäischen Ländern identifiziert
werden. Für temporär migrierende Pflegekräfte zeigte sich, dass Verdienst-
möglichkeiten, die Möglichkeit, eine Fremdsprache zu lernen, aber auch
das soziale Umfeld, in Form von Familienunterstützung, Bedeutung haben.
Zusätzlich konnte durch die Analyse der Migration von potenziellen Mi-
grantinnen aufgezeigt werden, dass weiterhin ökonomische Faktoren eine
wesentliche Rolle spielen. Die Migrationsentscheidung selbst wird jedoch
auch wiederum von der Möglichkeit, eine Fremdsprache zu erlernen, und
von legislativen Aspekten wie Anerkennungsmöglichkeiten und der Mög-
lichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen, gelenkt.
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien