Seite - 253 - in Pflegekräftemigration nach Österreich - Eine empirische Analyse
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7 Abschließende Betrachtung
Den Anfang nahm diese Arbeit mit dem Zitat „Man is of all sorts of lug-
gage the most difficult to be transported" von Adam Smith [1994, 86) und
mit der Frage nach der Bedeutung des Phänomens der Migration. Es konn-
te bereits einige Zeilen nach der Infragestellung deutlich gemacht werden,
dass dieses Thema seit jeher einen großen Einfluss auf die Entwicklung der
Bevölkerung, die Politik und die ökonomischen Strukturen genommen hat
und demnach berechtigterweise einen wichtigen Platz in der Forschung in-
nehatte. Im Speziellen hat sich jedoch gezeigt, dass das Ausmaß an Migra-
tion bestimmter Gruppen besonders an Bedeutung gewonnen hat, darunter
jene von Pflegekräften. Dies zeigte bereits die Arbeit von Alfonso Mejfa
et. al [1979), die sehr früh auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht ha-
ben. Trotzdem wurde das Thema bis heute nur am Rande gestreift und
fokussierte bis dato vor allem auf die Situation in Entwicklungsländern.
Diese Arbeit zeigt auf, dass Pflegekräftemigration auch innerhalb Europas
vermehrt stattfindet. Literatur, die sich mit dieser Region auseinandersetzte,
stellte bisher in der Regel Großbritannien in den Mittelpunkt. Dabei wurde
sehr schnell klar, dass Länder wie Deutschland und Österreich ebenfalls
Zielländer von Gesundheitspersonal aus anderen europäischen Ländern
sind, wobei aufgrund der geografischen Nähe der zentral- und südosteu-
ropäische Raum eine wesentliche Herkunftsregion darstellt. In Kapitel 5
wurden mit einer neuen, eigenen Erhebung für Österreich die wesentlichen
Migrationsströme identifiziert. Mehr als die Hälfte der Pflegekräfte, die
heute in Krankenanstalten und Alten- und Pflegeheimen in Österreich tätig
sind, aber im Ausland ausgebildet wurden, kommen aus der Europäischen
Union - vor allem aus Deutschland, Polen, der Tschechischen Republik und
der Slowakei. Ein weiteres Herkunftsgebiet stellt das ehemalige Jugoslawien
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Pflegekräftemigration nach Österreich
Eine empirische Analyse
Forschungsergebnisse der Wirtschaftsuniversität Wien