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132 M. Hülsken-Giesler und S. Daxberger Die Forschungs- und Entwicklungsbemühungen konzentrieren sich daher zunehmend auf robotische Systeme, die einfachere Serviceleistungen erbringen sollen. Bedaf et al. (2015) analysieren in diesem Kontext internationale Studien zu autonomen Systemen zur Unterstützung von älteren und hochaltrigen Menschen. Die Unterstützung erfolgt hier vornehmlich in den Bereichen „Mobilität“, „Selbstpflege“ sowie „Interaktion“ bzw. „Beziehungsarbeit“. Die Autoren konstatieren, dass die derzeitigen Entwicklungen überwiegend technikgetrieben sind („technology-push“, s. auch Krings et al. 2012) und empfehlen dringend, die Bedürfnisse älterer Menschen zukünftig verstärkt zu berück- sichtigen. Autonome Systeme zur Unterstützung älterer Menschen sind demnach derzeit noch unzureichend ausgereift und können deshalb noch keinen substanziellen Beitrag zu einem unabhängigen Leben erbringen. In Deutschland ist das System Care-O-bot® bekannt geworden, das in mehreren Versionen vorgehalten wird. Aktuell ist die vierte Generation des mobilen Roboter- assistenten zur aktiven Unterstützung des Menschen im häuslichen Umfeld in Ent- wicklung (Fraunhofer 2017). Das System Care-O-bot 4 wird von den Herstellern als agiler und modularer als das Vorgängersystem beschrieben und bietet vielfältige Möglichkeiten zur Interaktion. Betont wird, dass bei der Entwicklung auch öko- nomische Aspekte von Bedeutung sind. „Je nach Konfiguration lässt sich eine indivi- duelle Roboterplattform für unterschiedlichste Anwendungen aufbauen: Als mobiler Informationskiosk im Museum, Baumarkt oder Flughafen, für Hol- und Bringdienste in Heimen oder Büros, für Sicherheitsanwendungen oder als Museumsroboter zur Attrak- tion – stets ist der Care-O-bot 4 ein sicherer und nützlicher Helfer des Menschen“, ver- sprechen die Entwickler (Fraunhofer 2017, o. S.). Weiter heißt es: „Care-O-bot 4 ist in der Lage, je nach Situation mehrere Stimmungen über sein im Kopf integriertes Display anzuzeigen. Während das Vorgängermodell als zurückhaltender, eher distanzierter Butler konzipiert war, ist sein Nachfolger so zuvorkommend, freundlich und sympathisch wie ein Gentleman“ (Fraunhofer 2017, o. S.). Neben Servicerobotern für Menschen mit Hilfebedarf werden auch Serviceroboter zur Unterstützung professionell Pflegender angeboten: Diese fokussieren meist auf logisti- sche Unterstützung im Kontext der akutstationären Pflege (z. B. zur Beschaffung bzw. Bereitstellung von Medikamenten oder als Transportsystem). Kirschling et al. (2009) berichten von der Evaluation eines Roboterkuriers zur Medikamentenlieferung innerhalb eines Krankenhauses. Das robotische System arbeitet zwar langsamer als konventionelle Verfahren, über 90 % der Medikamente konnten aber erfolgreich geliefert werden. Es zeigt sich aber Optimierungsbedarf in der Schulung des Personals, das mit dem System arbeitet, da der erfolgreiche Einsatz des Roboterkuriers von einer gelungenen Mensch- Technik-Interaktion abhängt (Kirschling et al. 2009). Auch für den deutschsprachigen Raum wird die Entwicklung von robotischen Systemen zur Unterstützung von logisti- schen Aufgaben in der Pflege vorangetrieben: So entwickelt das Fraunhofer IPA derzeit einen robotischen Pflegewagen, der den Befüllungsstand autonom erhebt und ggf. ver- vollständigt (Fraunhofer 2016).
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Pflegeroboter
Titel
Pflegeroboter
Autor
Oliver Bendel
Verlag
Springer Gabler
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
278
Kategorie
Technik
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