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1639 Pflegeroboter: Analyse und Bewertung aus Sicht … werden; das heißt, mit Fragen der ethischen Bewertung und Beurteilung technisch hochkomplexer Artefakte, deren Einsatz im Umkreis sehr vulnerabler Personen unter bestimmten Bedingungen problematisch sein kann. 9.2 Ziele und Erwartungen Ein Grundsatz bei der Entwicklung und Anwendung verschiedener Assistenzsysteme im Berufsfeld Pflege lautet, dass sie nicht nur der physischen Unterstützung oder dem Aus- gleich funktioneller Verluste, sondern auch der Verbesserung von Lebensqualität dienen sollen. Dabei handelt es sich um analytische Bewertungskonstrukte, die von der jeweils eingenommenen Beurteilungsperspektive und den für sie bspw. in institutionellen Kon- texten maßgebenden, wissenschaftlich standardisierten Bewertungssystemen abhängig sind. „Lebensqualität“ wird in gesellschaftlichen Untersuchungszusammenhängen bekanntlich soziologisch anders definiert und methodisch gemessen als in Kontexten der Versorgung gesundheitlich eingeschränkter Personen (Kruse 2003). Die Frage nach der Beurteilungsperspektive stellt sich nicht nur als ein wissenschafts- internes Problem. Die Frage stellt sich vielmehr auch als eine der politischen Öko- nomie, das heißt der Erwartung zahlreicher administrativer Entscheider an technische Entwicklungen, inwieweit sich angesichts des demografischen und epidemiologischen Wandels finanzielle Zusatzbelastungen durch technische Rationalisierungen begrenzen, kurzum durch Technik personelle Einspareffekte erzielen lassen. Damit erhebt sich aber eine grundsätzliche Frage nach der tatsächlichen technischen Substituierbarkeit höchst persönlich zu erbringender Hilfe-, Unterstützungs- oder Beratungsaufgaben bzw. nach dem Grad und dem Umfang ihrer Substituierbarkeit. Diese Erwartungen richten sich auch auf die Einführung robotischer Systeme. Sie sind keineswegs illegitim, schon allein aus zwei Gründen: In bestimmten Bereichen und im Hinblick auf bestimmte (funktio- nelle) Aufgaben könnte der maschinelle Ersatz (etwa in Bereichen schambesetzter Intimität oder auch der bloß repetitiven Verrichtung fachlich weniger anspruchsvoller unterstützender Tätigkeiten) willkommen sein. In dieser Hinsicht bedarf es klarer Ab- und Eingrenzungen. Diese hängen aber nicht nur von operationellen Einschätzungen pflegerischer Aufgaben ab, sondern auch von den damit in den meisten Fällen ver- bundenen emotional bedeutsamen Anteilen persönlicher Zuwendung. Es sind daher differenzierte Beurteilungsmaßstäbe des substituierenden Einsatzes zum Beispiel roboti- scher Unterstützungssysteme zu entwickeln, abhängig wiederum von einer Vielzahl moralischer Standpunkte und unterschiedlicher ethischer Bewertungsperspektiven. Es ist im Sinne differenzierter Bedarfsanalysen sowie anspruchsvoller Evaluatio- nen auf eine Klärung der Beurteilungsperspektiven zu drängen. Ob die Perspektive der Betroffenen oder der Angehörigen eingenommen wird oder die Perspektive professio- neller Akteure oder die Perspektive der politischen Öffentlichkeit, hat Auswirkungen auf die Bewertung. Im Hinblick auf eine Perspektive der politischen Öffentlichkeit werden zukünftig gesellschaftliche Diskurse zu immer dringlicher werdenden Fragen zu führen
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Pflegeroboter
Titel
Pflegeroboter
Autor
Oliver Bendel
Verlag
Springer Gabler
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
278
Kategorie
Technik
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