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200 O. Bendel
Die Medizinethik widmet sich der Moral in der Medizin (Schöne-Seifert 2007; Bendel
2012a, 2013c). Sie untersucht das moralische Denken und Verhalten in Bezug auf die
Behandlung menschlicher Krankheit und die Förderung menschlicher Gesundheit und
fragt nach dem moralisch Gewünschten und Gesollten im Umgang mit menschlicher
Krankheit und Gesundheit. Die Wirtschaftsethik hat die Moral (in) der Wirtschaft zum
Gegenstand (Bendel 2016; Göbel 2010). Dabei ist der Mensch im Blick, der wirtschaft-
liche Interessen hat, der produziert, handelt, führt und ausführt (verschiedene Formen
der Individualethik) sowie konsumiert (Konsumentenethik), und das Unternehmen, das
Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Umwelt trägt (Unternehmensethik).
Damit sind die im vorliegenden Kontext wichtigsten Bereichsethiken genannt. Eine
Roboterethik wird nicht definiert, da sie Informations- und Technikethik zugeordnet oder
aber, wenn sie die Moral von Maschinen untersucht, als Teilgebiet der Maschinenethik
aufgefasst werden kann. Die Maschinenethik wird noch thematisiert.
11.4 Robotertypen und ihre Anwendungsbereiche aus
ethischer Sicht
Im Folgenden werden diejenigen Robotertypen, die im Gesundheitsbereich, den obigen
Ausführungen folgend, besonders relevant sind, näher beschrieben und in Beziehung
zu bereichsethischen Fragestellungen gebracht. Es wird jeweils kurz das Anwendungs-
feld umrissen, dann der Typ erklärt. Die Beispiele erheben keinen Anspruch auf Voll-
ständigkeit. Es findet eine kurze ethische Diskussion statt, indem Fragen gestellt und
ansatzweise beantwortet werden. Die Darstellungen und Fragen folgen im Wesentlichen
Bendel (2015b).
11.4.1 Operationsroboter
Eine Operation ist ein mithilfe von Instrumenten und Geräten vorgenommener Ein-
griff am oder im Körper eines menschlichen bzw. tierischen Patienten zum Zweck der
Behandlung, der Erkennung oder der Veränderung, vor allem der Verschönerung (Bendel
2015b), wobei letzteres Ziel mit Blick auf das Berufsethos umstritten ist. In der Regel
erfolgt sie unter örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose, damit Schmerzen und
ungewollte Reaktionen wie Schockzustände und Abwehrhandlungen vermieden werden.
Die die Operation durchführende Person – meist ein spezialisierter Arzt bzw. eine spe-
zialisierte Ärztin – wird Operateur respektive Operateurin genannt. Der Vorgang findet
mitsamt den Vorbereitungen, wenn irgend möglich, in einem Krankenhaus oder in einer
Praxis mit entsprechenden Rahmenbedingungen statt, aus personellen, räumlichen, tech-
nischen und hygienischen Gründen.
Mit dem Operationsroboter lassen sich Maßnahmen innerhalb einer Operation oder
gar eine ganze Operation durchführen (Bendel 2015b). Er ist in der Lage, sehr kleine und
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