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Der/die Autor(en) 2018
O. Bendel (Hrsg.), Pflegeroboter, https://doi.org/10.1007/978-3-658-22698-5_12
Zusammenfassung
Von einer Maschine hochgehoben, gewaschen, bedient, überwacht und unterhalten
werden? Ein Roboter, der Menschen daran erinnert, Tabletten zu schlucken, genügend
Flüssigkeit aufzunehmen oder mit ihnen über einen Monitor Gedächtnisspiele spielt?
Der Gedanke, im Alter von einem Pflegeroboter betreut zu werden oder Nahestehende
maschinell umsorgen zu lassen, ist für viele befremdlich. Dennoch ist die Entwicklung
von Pflegerobotern in vollem Gange. Der vorliegende Beitrag behandelt den Ein-
satz von Pflegerobotern aus ethischer Perspektive und weist dabei anhand konkreter
Robotertypen auf Hürden der Pflegerobotik hin. Neben Einwänden wie dem Kontakt-
verlust thematisiert das Papier unter anderem den Einsatz von Pflegerobotern hin-
sichtlich der bewussten Täuschung älterer pflegebedürftiger Personen sowie der
Menschenwürde. Anhand der vorgebrachten Argumente wird dargelegt, welchen mora-
lischen Ansprüchen Pflegeroboter gerecht werden müssen und wie der Einsatz künst-
licher Systeme in einem menschzentrierten Bereich wie der Pflege trotz ethischer
Bedenken legitimiert werden kann.
12.1 Einleitung
Wir schreiben das Jahr 2100. In der Schweiz leben mehr als 11 Mio. Menschen, die
Lebenserwartung steigt stetig. Um dem Mangel an Pflegefachkräften entgegenzuwirken
und Personalkosten einzusparen, wurden Pflegefachpersonen längst durch humanoide
Roboter ersetzt, welche pflegebedürftige Menschen in entsprechenden Institutionen rund
Umsorgen, überwachen, unterhalten –
sind Pflegeroboter ethisch vertretbar?
Jeanne Kreis 12
J. Kreis (*)
Swisstransplant, Wabern, Schweiz
E-Mail: jeanne.kreis@sui.ch
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