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218 J. Kreis Bereits die dritte Generation des Roboters, Care-O-bot III, war in der Lage, sich selbst- ständig und kollisionsfrei zwischen Menschen fortzubewegen und sie unter anderem mit Haushaltsgegenständen oder Getränken ihrer Wahl zu versorgen. Um die Interaktion zwi- schen Gerät und Pflegepersonal sowie Patienten zu gewährleisten, war Care-O-bot III im Besitz von Serviertablett, Touchscreen-Monitor und 3-Finger-Hand, die dem Robo- ter beispielsweise das Öffnen von Türen ermöglichte. Per Touchscreen konnten Gesell- schaftsspiele oder Programme zum Gedächtnistraining sowie Musik oder Gedichte abgerufen werden. Neben diversen Serviceaufgaben erfüllte Care-O-bot III auch Über- wachungsfunktionen. So war er beispielsweise in der Lage, Trinkprotokolle zu führen, Trinkverhalten zu kontrollieren und Personen daraufhin gezielt zur Flüssigkeitsaufnahme einzuladen (Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA 2008). Die mittlerweile vierte Generation des Roboters, Roboterassistent Care-O-bot 4, ist mit Touchscreen, Mikrofonen und Kameras zur Sprach- und Personenerkennung ver- sehen, kann mit Armen ausgestattet werden und eignet sich unter anderem zur aktiven Unterstützung im häuslichen Umfeld. Auch Care-O-bot 4 ist mithilfe seiner Sensorik in der Lage, typische Haushaltsgegenstände zu erkennen und zu greifen und eignet sich wie bereits sein Vorgänger ebenfalls dazu, Hol- und Bringdienste in Heimen zu leisten (Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA 2015). Im hohen Alter verliert der Mensch zunehmend an Mobilität. Werden Pflege- bedürftige in einer Institution der Langzeitpflege betreut, konzentriert sich auch das soziale Umfeld der Zentrumsbewohner verstärkt auf Pflegende und andere pflege- bedürftige Personen. Gemäß den medizinethischen Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften ist persönlicher Kontakt, wie etwa zwischen Arzt und älteren pflegebedürftigen Personen, für eine adäquate Betreuung unabdingbar (2004, aktualisiert 2013, S. 7). Pflege- und insbesondere Serviceroboter wie Care-O-bot stehen jedoch in der Kritik, Isolation und Ausgrenzung pflegebedürftiger Personen stark zu begünstigen. Gemäß Amanda und Noel Sharkey unterbinden Pflege- roboter Kontaktmöglichkeiten zwischen Menschen und ihrem näheren Umfeld, was eine tatsächliche Reduktion sozialer Kontakte impliziert (Sharkey und Sharkey 2010). Bringt Care-O-bot hochbetagten Heimbewohnern ein Getränk, werden diese zwar mit Flüssig- keit versorgt, eine soziale Interaktion bleibt jedoch aus. Unterhaltungsfunktionen, wie etwa Monitorspiele oder Gedichtrezitationen, animieren zwar zur Selbstbeschäftigung, befördern aber auch Rückzug und Isolation älterer Menschen. Die Ethik stellt den Anspruch, den Einsatz von Pflegerobotern hinsichtlich der Inte- ressen aller Beteiligten zu untersuchen. Um zu beurteilen, ob Pflegeroboter ethisch vertretbar sind, müssen demnach nicht nur die Interessen der Gepflegten, sondern auch diejenige der Pflegefachkräfte berücksichtigt werden. Der Nutzen des Service- roboters liegt nicht allein in der Unterstützung von Pflegebedürftigen, sondern auch in der Funktion, Pflegefachkräfte im Alltag zu entlasten (Becker et al. 2013). Kann das Pflegepersonal zeitraubende Aufgaben wie die Versorgung mit Getränken delegie- ren, bleibt mehr Zeit, tiefer gehenden Kontakt zu den Menschen zu pflegen. Doch wie wird die durch Pflegeroboter gewonnene Zeit reinvestiert? Robert und Linda Sparrow
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Pflegeroboter
Titel
Pflegeroboter
Autor
Oliver Bendel
Verlag
Springer Gabler
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
278
Kategorie
Technik
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