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226 J. Kreis erforderlich, welche positive Folgen gewährleisten und negative Auswirkungen aus- schließen. Denn im besten Fall tragen Serviceroboter wie Care-O-bot dazu bei, die Auto- nomie pflegebedürftiger Menschen zu befördern und überdies Zeitfenster zu schaffen, in welchen sich Pflegekräfte auf die intensivierte Umsorgung pflegebedürftiger Men- schen konzentrieren können. Bleibt dabei die Anzahl an gepflegten Personen stabil, ermöglicht der Roboter indirekt vertiefte Interaktionen zwischen Pflegefachkräften und Pflegebedürftigen. Werden jedoch mehr Menschen von derselben Anzahl Pflegepersonen betreut, trägt der Roboter zum Verlust zwischenmenschlicher Kontakte bei. Im schlech- testen Fall befördern Serviceroboter wie Care-O-bot so Isolation und Ausgrenzung einer Generation, deren soziales Umfeld sich durch den lebensendlich bedingten Verlust gleichaltriger Bezugspersonen bereits ohne Robotereinsätze markant verringert. Nicht nur Serviceroboter, auch Therapie- und Unterhaltungsroboter sind mit ethischen Heraus- forderungen konfrontiert. Wird der Roboter als Emotionsvermittler eingesetzt, kann er Zugang zu in sich gekehrten Menschen ermöglichen. Bleiben hochbetagte pflege- bedürftige Menschen mit Robotern wie Paro oder Zora sich selbst überlassen, wird eine unethische Täuschung über die Natur des Geräts, dessen vermeintliche Gefühle oder bezüglich verdeckter Adressaten in Kauf genommen. Auch der Einsatz von Assistenz- systemen, die Menschen hochheben oder umlagern, kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Angemessen eingesetzt, kann es dank Assistenzrobotern gelingen, menschliche Autonomie und Mobilität zu befördern. Falsch eingesetzt besteht jedoch das Risiko, Menschen auf ihre körperliche Existenz zu reduzieren und Geistes- zustände wie etwa Angst oder Unruhe außer Acht zu lassen. Pflegeroboter sind nicht per se als ethisch legitim oder illegitim zu beurteilen. Erst der Einsatz der Geräte bestimmt über ihre ethische Legitimität. Dauer, Frequenz, Akzep- tanz und Art des Einsatzes sind den individuellen Bedürfnissen von Pflegebedürftigen und Pflegefachkräften gegenüberzustellen. Nur auf diese Weise kann vermieden werden, dass der Einsatz von Robotik in der Pflege aufseiten der Patienten zu den genannten viel kritisierten Folgen führt. Letztendlich sind Roboter von Menschen für Menschen ent- wickelte Werkzeuge, welche unter Berücksichtigung von individuell auf Pflegebedürftige abgestimmten Leitlinien Lebensqualität und Wohl aller Beteiligten erhöhen können, aber auch müssen, um ethische Legitimation zu erfahren. Literatur Becker, H., Scheermesser, M., Früh, M., Treusch, Y., Auerbach, H., Hüppi, R., & Meier, F. (2013). RoboCare Gesundheitsversorgung im Zeitalter der Automaten – Kurzfassung der Studie von TA-SWISS Robotik in Betreuung und Gesundheitsversorgung. Zürich: Hochschulverlag AG der ETH Zürich. 4. https://www.ta-swiss.ch/2012_KF_Robocare_de.pdf. Zugegriffen: 17. Jan. 2018. Bellinger, I., & Göring, M. (September 2017). Die neuen Arzthelfer. National Geographics, 70–81, Gruner + Jahr. Bendel, O. (2013). Roboterethik. In Gabler Wirtschaftslexikon. Wiesbaden: Springer Gabler. http:// wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/roboterethik.html. Zugegriffen: 15. Jan. 2018.
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Pflegeroboter
Titel
Pflegeroboter
Autor
Oliver Bendel
Verlag
Springer Gabler
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
278
Kategorie
Technik
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