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Robotik in der Gesundheitsversorgung: Hoffnungen, Befürchtungen …
13.2.1 Trainingsgeräte und Hilfsmittel
Zielgruppen für Trainingsgeräte und Hilfsmittel sind Menschen jeden Alters, die vor
allem körperliche Einschränkungen und Behinderungen haben.
Trainingsgeräte werden vor allem in der Rehabilitation z. B. nach Schlaganfall oder
bei anderen Erkrankungen mit motorischen Einschränkungen in der Physiotherapie
und Ergotherapie verwendet. Sie erlauben eine hohe Anzahl an Wiederholungen einer
Bewegung und erhöhen so den Therapieeffekt, z. B. in Bezug auf die Gehfunktion bei
Querschnittlähmung (Nam et al. 2017). Die Geräte sind bereits gut etabliert auf dem
Markt und gehören zur Standardausstattung von Rehakliniken.
Sie werden häufig mit virtuellen Spielen verknüpft, sammeln während der Übung
Daten und ermöglichen eine kontinuierliche Auswertung. Durch den Spielcharakter
wird die Motivation gesteigert. Während die Geräte für Institutionen meist sehr groß
und schwer sind und einer therapeutischen Begleitung bedürfen, gibt es inzwischen auch
Geräte für den häuslichen Einsatz, die selbstständiges Üben und Kommunikation mit
dem Therapeuten und der Therapeutin über das Internet erlauben.
Die Geräte geben Feedback über den Erfolg im virtuellen Spiel, sie passen sich an
den Leistungsgrad innerhalb eines Spiels an, zum Teil auch automatisch an den Unter-
stützungsbedarf des Patienten oder der Patientin (siehe Abb. 13.1, Armeo). So reagiert
der Roboter auf die Bewegung des Nutzenden, man kann aber nicht von einer sozialen
Interaktion sprechen.
Hilfsmittel werden von einer Person benutzt, um körperliche Einschränkungen zu
kompensieren und Aktivitäten des täglichen Lebens ausführen zu können wie z. B. Fort-
bewegung, Gegenstände greifen und handhaben, Essen und Trinken, An- und Aus-
ziehen etc. Rollatoren und Rollstühle sind häufig verwendete Hilfsmittel, die in einigen
Prototypen durch „smarte“ Zusatzfunktionen erweitert wurden. So gibt es z. B. den
autonom fahrenden Rollstuhl und den navigierenden und die Fortbewegung am Berg
unterstützenden Rollator. Eine Haarwaschmaschine wäscht vollkommen selbstständig die
Haare und merkt sich, welchen Druck eine Person als angenehm empfunden hat. Greif-
arme am Rollstuhl mit Sprachsteuerung unterstützen das Essen, Zähneputzen etc. Zu den
Abb. 13.1 Armeo. (Quelle:
Hocoma AG)
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