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232 H. Becker Hilfsmitteln gehören auch Prothesen, die sich aktiv bewegen und durch Muskelimpulse gesteuert werden können. Die Geräte sind unterschiedlich in Komplexität und Autonomie. Der autonom fahrende Rollstuhl muss sehr komplexe Leistungen in einer sich ständig ver- ändernden Umwelt erbringen und autonom Entscheidungen treffen, während die Haar- waschmaschine ein festgelegtes Programm absolviert, das sich an die Wünsche der Person anpassen lässt. Die Interaktion mit dem Nutzenden beschränkt sich auf die Ausführung von Befehlen durch verschiedene Arten von Interfaces, abgestimmt auf die Behinderung der Nutzerinnen und Nutzer. Während die einfachen Geräte wie die Haarwaschmaschine auf dem Markt erhältlich sind, ist der autonome Rollstuhl nur ein Prototyp, der zwar bereits in der Praxis getestet wurde, aber noch keine Zulassung hat. Es sind – ähnlich wie bei autonom fahrenden Autos – noch Fragen der Haftung und Sicherheit zu klären. 13.2.2 Telepräsenzrobotik und Assistenzgeräte Zielgruppen für Telepräsenz und Assistenzgeräte sind vor allem professionelle Nut- zerinnen und Nutzer, d. h. Gesundheitspersonal. Assistenzgeräte können auch von Angehörigen oder semiprofessionellem Pflegepersonal bei häuslichem Einsatz genutzt werden. Telepräsenz wird auch von Personen mit Pflegebedarf eingesetzt. Telepräsenzroboter sind relativ einfache Geräte, die über das Internet gesteuert werden und es ermöglichen, aus der Distanz zu kommunizieren, sich innerhalb einer Umgebung fortzubewegen und z. T. Gegenstände zu manipulieren. Sie können z. B. im Krankenhaus genutzt werden, um Experten bei einer Untersuchung hinzuzuziehen, Gesundheitsdaten zu erfassen und zu übermitteln und so Patientinnen und Patienten zu überwachen. Telepräsenzgeräte werden auch von Patientinnen und Patienten genutzt, z. B. von chronisch oder schwer kranken Kindern, um den sozialen Kontakt mit der Schule zu erhalten. Ein Roboter ist anstelle des Kindes in der Klasse anwesend und das Kind kann über das Gerät am Unterricht teilhaben (Saurenmann und Casada 2017). Die Geräte sind bereits auf dem Markt und z. B. in den USA verbreitet, um in manchen Regionen den Mangel an Fachärzten auszugleichen. Die Geräte ermöglichen Interaktion, sind aber selbst weder autonom noch sozial-interaktiv. Assistenzgeräte unterstützen die Ausführung von Handlungen, die für die Diagnose, Pflege, Therapie oder sonstige Gesundheitsversorgung wichtig sind. Sie können sehr verschiedene Funktionen haben, z. B. Transport von Speisen, Medikamenten, Pflege- material oder Personen, Erinnerung an Medikamenteneinnahme, Ausgabe von Getränken (Abb. 13.2, Care-O-bot). Medikamentenroboter bewähren sich seit Jahren vor allem in den USA. Sie übernehmen die Bestellung, Dosierung und Herausgabe von Medikamenten und sind dabei sicherer und preiswerter als Menschen bei den gleichen Tätigkeiten.
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Pflegeroboter
Titel
Pflegeroboter
Autor
Oliver Bendel
Verlag
Springer Gabler
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Abmessungen
17.3 x 24.6 cm
Seiten
278
Kategorie
Technik
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