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234 H. Becker
Es gibt zwei Paradigmen des Einsatzes. Zum Caretaker-Paradigma gehören Roboter,
die ein Versorgungsverhalten beim Menschen auslösen. Ein bekanntes Beispiel ist die
Plüschrobbe Paro, die für den Einsatz von Menschen mit Demenz entwickelt wurde. Die
Robbe wurde in Japan entwickelt und wird auch in europäischen Heimen eingesetzt. Sie
reagiert auf Ansprache und Berührung, macht Geräusche und bewegt sich, wendet sich
zum Beispiel der Person zu, wenn sie angesprochen wird.
Das Begleiter-Paradigma stellt höhere Ansprüche an ein Gerät. Der Roboter soll dem
Menschen eine Art „Freund“ sein, seine Bedürfnisse und Stimmungen erkennen und ihm
dienen. Ein Beispiel dafür zeigt der Dokumentarfilm „Ik ben Alice“, über eine in den
Niederlanden entwickelte Puppe mit sozialer Intelligenz, die vor allem gegen die Verein-
samung wirken soll (Burger 2014).
13.3 Hoffnungen und Erwartungen von Nutzerinnen und
Nutzern
Die verschiedenen Nutzergruppen haben unterschiedliche Erwartungen und Hoffnungen
in Bezug auf den Einsatz von Robotik. Es werden hier deshalb folgende Gruppen unter-
schieden:
1. Nichtprofessionelle Nutzende:
a. Personen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf (Kinder und Erwachsene mit
körperlichen Einschränkungen, ältere Menschen, besonders vulnerable Gruppen
wie demenzkranke Personen)
b. Angehörige u. a. Laienpflegende und semiprofessionelle Betreuung
2. Professionelle Nutzende: Ärzte und Ärztinnen, Pflegepersonal, Therapeuten und The-
rapeutinnen, weiteres Gesundheitspersonal
13.3.1 Nichtprofessionelle Nutzende
Menschen mit körperlichen Einschränkungen sind es gewohnt, auf Hilfsmittel
angewiesen zu sein, und erleben diese als eine Chance für größere Autonomie, Mobilität
und Lebensqualität im Alltag. Sie erwarten, dass mit der technischen Entwicklung auch
die Hilfsmittel ständig verbessert werden. So zeigte sich in Fokusgruppen-Interviews
der TA-SWISS-Studie, dass gerade jüngere Menschen mit einer Behinderung von der
Zukunft eine stärkere Kompensation ihrer Einschränkungen im Alltag und in der Umwelt
erwarten. Geräte wie z. B. der ReWalker, ein Exoskelett, das Paraplegikern das Laufen
ermöglicht (Abb. 13.3), werden überwiegend positiv aufgenommen.
Kinder nehmen Roboter offen und neugierig an. Sie können mit ihrer Hilfe neue
Fähigkeiten erlernen, z. B. um Gegenstände zu manipulieren (Cook et al. 2011). Aber
auch ältere Menschen zeigten sich in den Fokusgruppen interessiert an Robotik, wenn
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