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Porträtgalerien auf Papier - Sammeln und Ordnen von druckgrafischen Porträts am Beispiel Kaiser Franz‘ I. von Österreich und anderer fürstlicher Sammler
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III. ORDNUNGSSTRATEGIEN216 Gans berichtet.706 Der Zeitgenosse Johann Gottlieb Biedermann erwähnt ein Schreiben Thomasius’, in dem dieser berichtet, der Prinz habe seine Samm- lung gesehen und „sogleich von ihm erhandelt“.707 Dass der bei Biedermann angegebene Umfang der Thomasius’schen Sammlung von 60.000 Porträts weit übertrieben scheint, lässt sich mögli- cherweise damit begründen, dass nicht nur die losen Blätter, sondern auch die in Porträtwerken enthaltenen Bildnisse dazugerechnet wurden, eine Ge- samtzählung, die durchaus üblich war.708 Biedermann berichtet weiter, dass auf „jedem Blatte ein kurzes Leben sauber beschrieben“ gewesen sei.709 Bio- grafische Bezeichnungen auf den Blättern lassen sich heute allerdings nicht mehr nachweisen. Es ist wahrscheinlich, dass die Porträts bald nach dem Ankauf von ihren ursprünglichen Untersatzpapieren abgelöst und auf neue Kartons aufgezogen wurden. Die Blätter nürnbergischer Provenienz wurden auf unterschiedliche Papiere geklebt, die drei verschiedene Wasserzeichen aufweisen.710 Der Ankauf der Nürnberger Gelehrtensammlung hatte schließ- lich eine zahlenmäßige Dominanz von Bürgerbildnissen aus den Reichsstäd- ten Augsburg, Nürnberg und Frankfurt am Main zur Folge, Darstellungen von Angehörigen Nürnberger Patrizier- oder Bürgerfamilien bildeten mit insgesamt 14 Portefeuilles gar die größte zusammenhängende Klasse inner- halb der Eugen’schen Porträtsammlung. Dass die Anlage der Porträtsammlung, wie von mehreren Autoren ver- mutet, vor allem in die letzten Lebensjahre des Prinzen, zwischen 1730 und 1735 fiel,711 lässt sich bereits durch einen Bericht Johann Georg Keyßlers, eines Zeitgenossens Eugens und Reiseschriftstellers, widerlegen, der in ei- nem Brief „von der Stadt Wien“ vom 1. August 1730 eine genaue Anzahl der Portefeuilles zu den einzelnen Staaten nennt, wie sie damals im Stadtpalais des Prinzen in der Himmelpfortgasse aufgestellt waren. So waren laut Keyßler im Jahr 1730 bereits 48 Portefeuilles zu Frank- reich, 61 zu Deutschland, zehn zu den Vereinigten Niederlanden und neun zu den Spanischen Niederlanden, zwei zu Lothringen, 13 zu Großbritannien und ebenso viele zu den geistlichen Orden vorhanden.712 Auch wenn, wie 706 Fränkischer Kurier vom 1. Mai 1929, S. 4. 707 Biedermann (1752), S. 132. 708 Vgl. z.B. die Beschreibung der Porträtsammlung von G. M. Wallacher in Gaudelius (1806), S. 167. Auch weist der Auktionskatalog der Privatibliothek (1745–69) kein einzi- ges Porträtwerk auf. 709 Biedermann (1752), S. 132. 710 Ein Herz mit den Initialen „H G“, darüber Vierkopfschaft; eine Sonne mit Gesicht in Kreis und abwechselnd geraden und wellenförmigen Strahlen, sowie die Initialen „G W“. 711 So z.B. Friedrich von Bartsch (1854), S. IV. 712 Keyßler (1751), S. 1224.
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Porträtgalerien auf Papier Sammeln und Ordnen von druckgrafischen Porträts am Beispiel Kaiser Franz‘ I. von Österreich und anderer fürstlicher Sammler
Titel
Porträtgalerien auf Papier
Untertitel
Sammeln und Ordnen von druckgrafischen Porträts am Beispiel Kaiser Franz‘ I. von Österreich und anderer fürstlicher Sammler
Autor
Patrick Poch
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20855-6
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
326
Schlagwörter
Arts, Art Collector, 18th Century, Citizens, Antique Portraits, Kunstsammler, 18. Jahrhundert, Bürger, Antike Porträts, HBJD, European History
Kategorie
Kunst und Kultur
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