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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen - Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
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SatellitenstaatvonHitlersundMussolinisGnadennebenRumänienalseinziges KollaborationsregimeselbständigTodeslagerbetrieb–undnichtetwa ineinem annektiertenGebiet, sondern imFall von Jasenovacnur 100Kilometer vonder HauptstadtZagrebentfernt. Ein weiterer Unterschied zum slowakischen Guide ist, dass die Kapitel der Jasenovac-PublikationvonunterschiedlichenAutorInnenstammen.DiesePlura- lität führt dazu, dass ein serbischer Autor den Genozid an den Serbinnen und Serben in seiner Spezifik erörtern kann, der berühmte jüdische Historiker Ivo Goldstein den Holocaust usw. Drago Roksandić kommt daher auch im Kapitel überdieserbischenOpferkurzaufdieFragezusprechen,warumdieUstaša ‚den Serben‘dieSchuldanallenÜbelninderkroatischenGeschichteseitdem15.Jahr- hundert gaben. Doch er kommt unmittelbar darauf zu demSchluss, dass noch niemanddieUstaša-Ideologie inBezugauf ‚dieSerben‘ systematischuntersucht habe. Diese Ideologie sei widersprüchlich, da inmanchen Regionen Serbinnen undSerbenzwangsgetauftwerdensollten,währenddieUstašazugleichbehaup- teten, dass „paläo-balkanische“ Serben keinerlei ethnische Gemeinsamkeit mit ‚denKroaten‘hätten. (Roksandić2006,83)EineweitereKonsequenzdieserplura- len,abernachethnischenKriterienvorgehendenStruktur ist,dassdieSchicksale weiblicher Häftlinge, von Kindern, Homosexuellen oder Prostituierten, die im Band als „persons calling down ignoble jobs“ bezeichnet werden oder von „roamers“ (Kevo 2006, 191), nie systematisch erörtert, sondernnurnebenbei erwähntwerden. Doch trotz allerKritik änderten sich seit 2006 inderAusstellungnurKlei- nigkeiten,wie die Anpassung der Übersicht über die namentlich identifizier- ten Opfer an die neuesten Forschungsergebnisse. In der Phase einer wieder sozialdemokratisch angeführten Koalition 2011–2016 wurde eine Neugestal- tungder ständigenAusstellungmehrfachdiskutiert undNataša Jovičićwurde 2016 als Direktorin vom lokalen Historiker und langjährigenMitarbeiter der Gedenkstätte IvoPejakovićabgelöst.NachdemneuerlichenWahlsiegderHDZ 2016 stellte die ehemalige Tuđman-Partei Staatspräsidentin und Regierung, eine –wiewir auch gegenwärtig in Polen beobachten können – problemati- sche Konstellation. Die Regierungsriege der ersten sechs Monate nach dem Wahlsieg der HDZ im Januar 2016 wurde vielfach als rechtsextrem kritisiert, und insbesondere ZlatkoHasanbegović–der alsKulturminister für dieGedenk- stätte Jasenovac zuständigwar– fiel durch geschichtsrevisionistischeÄußerun- genvor allem inBezugauf Jasenovacauf, diewenig erstaunten,wennmanvon seiner Autorenschaft in der von der Ustaša-Exilorganisation Kroatische Befrei- ungsbewegung (Hrvatski oslobodilački pokret–HOP) herausgegebenen Zeit- schrift Nezavisna Država Hrvatska weiß. (Index.hr 2016) Doch während es 4.3 Die2000er:DieKommunikationmit ‚Europa‘ 115
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Titel
Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen
Untertitel
Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Autor
Ljiljana Radonić
Verlag
DE GRUYTER
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-072205-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
338
Schlagwörter
Gedenkmuseen, postsozialistische Transformationsprozesse, Zweiter Weltkrieg, Europäisierung der Erinnerung, Universalisierung des Holocaust, Geschichtspolitik
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Geschichte Nach 1918
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