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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen - Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
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villon in Auschwitz-Birkenau85 und trat 2002 der International Holocaust Re- membrance Alliance (damals ITF) bei. (Radonić 2018b, 139) 2001 verkündete derFidesz-KulturministerZoltánRockenbauer imParlament,dass inBudapest ein Holocaust-Museum eröffnet werden soll. Fidesz bewilligte die Finanzie- rungdesHolocaust-Gedenkzentrums (HDKE) imMärz 2002 (Mihok 2005;Csillag 2002, 21)–WochennachdemdasHausdes Terrors, dasweiter unten analysiert wird,eröffnetwordenundaufKritikgestoßenwar. (Morvay2002)Deranhaltende Protestgegendie imHausdesTerrorsvertreteneeinseitigeLesartungarischerGe- schichte„verschrecktedieRegierungOrbánderart,dass siedenWeg fürdasHo- locaust-Museum freimachte.“ (Schneider 2004; vgl. Fritz undHansen 2008, 76) DochnachdenWahlen2002konntesichFidesznichtmehranderRegierunghal- tenund somit auchnicht den Inhalt desneuenMuseumsbestimmen.Nachdem sich die beiden politischen Lager auf keinen parteiübergreifenden Konsens be- züglichderMuseumskonzeptioneinigenkonnten,entließam1. Juli2004derKul- turminister der vomSozialisten Péter Medgyessy angeführten Regierung alle bishermitderAusstellungsbetreuungBeauftragten.Erbetraute„diebekannte Holocaust-Forscherin Judit Molnármit der Ausarbeitung dieser Ausstellung“ und ernannte „den fachlich ausgewiesenen Historiker und Archivar László VargazumDirektor“. (SeewannundKovács2006b,199) Die vonOttoWagner entworfeneprominent gelegeneSynagoge innerhalb des ehemaligenPester Ghettos von 1944, die anfänglich für dasMuseumvor- gesehenwar,mussteaufgrundungeklärterEigentumsverhältnisseaufgegeben werden. (Creet 2013, 57;Mihok 2005, 164) So eröffnete dasMuseum in einem unterirdischenRaumunterhalbbzw.nebenderFerencváros-Synagogeaus 1924, die nach einem Architekturwettbewerb von István Mányi (2006, 34) renoviert und somit vor demVerfall bewahrtwurde. Die Synagoge bildet den Schlussteil der Ausstellung, die hier wieder aus dem Untergeschoss an die Oberfläche kommt.„DieEntscheidungüberdieUnterbringungdesZentrums ineinerehe- maligen Synagogewurde von der JüdischenGemeinde getroffen. Der ungari- sche Staat kam für die Renovierungskosten auf.“ (Köhr 2007, 12) 1944und 1945 85 Fritz zufolge plantenOrbán, István Ihász, einMuseologe desUngarischenNationalmuse- ums, undMária Schmidt, Direktorin desHauses des Terrors, für den neuenUngarn-Pavillon zunächsteineApologievonMiklósHorthy,desungarischenStaatsoberhauptsbis1944.Diede- mokratischenAspektedesRegimesundderdeutscheDrucksolltenüberbetontunddieungari- scheBeteiligungamHolocaust verharmlostwerden. (Fritz 2012, 303)Was sich später ab 2002 imHausdes Terrorswiederfand,musste fürAuschwitz aufgrundvon inländischenund inter- nationalenProtestenverworfenwerden.StattdessenwurdenGáborKadarundZoltánVági,die dannauchdieAusstellung imHolocaust-GedenkzentruminBudapestmitgestalteten,mitdem neuenKonzeptbeauftragt. (Fritz2012,306) 4.3 Die2000er:DieKommunikationmit ‚Europa‘ 117
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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Titel
Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen
Untertitel
Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Autor
Ljiljana Radonić
Verlag
DE GRUYTER
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-072205-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
338
Schlagwörter
Gedenkmuseen, postsozialistische Transformationsprozesse, Zweiter Weltkrieg, Europäisierung der Erinnerung, Universalisierung des Holocaust, Geschichtspolitik
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Geschichte Nach 1918
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