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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen - Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
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timeHungary, save the army– that is, fromcabinetmembers down to the low- liest clerkof thesmallest village–wasactivelyengaged inorganising thedespo- liation andexpulsion of Jews“, so derAusstellungstext. Als Täterwerden ferner vorallemGendarmengenannt,diesystematischJüdinnenundJudenausraubten, ihnennichterlaubten,Lebensmittel indieGhettosmitzunehmen,sievergewaltig- tenodervordenAugen ihrerFamilienangehörigen folterten,umvonversteckten Wertgegenständen zu erfahren. Einmalig für postsozialistische Gedenkmuseen sind darüber hinaus drei Fotografien, die die ungarische Bevölkerung bei der Plünderung von Ghettos zeigen (Abb. 23) und somit die bereitwillige Bereiche- rungnichtnurumfassendaufder Textebene, sondernauchvisuell dokumentie- ren–auchFrauenwerdenhieralsTäterinnengezeigt. (Radonić2014d,15) Antisemitismus undAntiziganismuswerden visuell an Fotografien des antise- mitischenBischofsOttokárProhászkaundeiner rechtsextremenDemonstration festgemacht, als Antiziganistenwerden ein Bischof, ein Professor und einUn- terpräfekt vorgestellt.DieAusstellungstextemachenAntisemitismus inUngarn explizit zum Thema: „In the 1880s, ‚modern‘, raciallymotivated antisemitism reared itshead inHungary, too, itsproponentsdeclaring that the Jewish ‚race‘ intendedtodominatetheworld,andtothatendexploitedanddestroyednations.“ AlsBefürworter der antisemitischenMaßnahmen seit 1920nenntdieAusstellung Angehörige rechtsextremer Jugendorganisationen an ungarischen Universitäten, extremistische Parteien und Zeitungen sowie Schriftsteller und Journalisten, die diemagyarisiertenNamenihrer jüdischenKollegeninAnführungszeichensetzten. DasHorthy-Regimewirdals „right-wing, antisemitic, nationalist andanticommu- nist“ charakterisiert,wobei sichderAusstellungstext explizit gegendieExternali- sierungderVerantwortungwendet: Itwasnotunderpressure fromGerman leadership thatHungariangovernmentsprepared the firstanti-Jewishbills,andtheParliamentandRegentHorthypassedtheminto lawnot Abb.23:„LokaleLandbevölkerungplünderteinverlassenesGhetto“. 124 4 DerZweiteWeltkrieg imMuseum
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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Titel
Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen
Untertitel
Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Autor
Ljiljana Radonić
Verlag
DE GRUYTER
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-072205-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
338
Schlagwörter
Gedenkmuseen, postsozialistische Transformationsprozesse, Zweiter Weltkrieg, Europäisierung der Erinnerung, Universalisierung des Holocaust, Geschichtspolitik
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Geschichte Nach 1918
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