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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen - Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Seite - 171 -
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hingegen Ex-PräsidentMeri auf für die baltischen, stark nationalistisch einge- färbten geschichtspolitischen Debatten ungewöhnlich deutlicheWeise betont, wieengAufarbeitung,FreiheitundDemokratiemiteinanderverbundenseien: This isourhouseof freedom,and it should remindusofone thingonly–of the frail and fragile line thatseparates freedomandtheopponentsof freedom.Weneedtobepainfully aware of how parliamentary democracy functions in the smallest country of Europe, of herpoliticalparties,her freepress, andofhoweasy it is to stepover that thin lineand to lose everything inquickorder. […] Thismuseumalsoplaces a severeburdenof responsi- bilityuponus, for there isnever enough freedomin theworld.Ourexistence,ourhistori- cal experiences, the quarter of the Estonian population that wemourn here, whomwe lost – these things we lost because there was often too little freedom between the two WorldWars. Evennow, there isn’t toomuchof it inourworld, andasweenter theEuro- peanUnionandNATO,wewouldbemakingaseriousmistake ifwe thought thatEstonia hasnowtakenher finalshape. (MuseumofOccupations2003) Der in Estland dominante Diskurs zu dieser Zeit ist jedoch jener der ‚Rückkehr nachEuropa‘, indessenMittelpunktdaskollektiveOpferdaseinsteht–„assome- thing obligatingWestern Europeans to accept Estonia into NATO and the EU.“ (Lehti, JutilaundJokisipilä2008,408)Erst späterbekamdiesesOpfernarrativals Konkurrenz das Bild des kleinen Tigers, der sich erfolgreich von einer sowjeti- schenÖkonomiezumernsthaftenwirtschaftlichenglobalenPlayerwandelte.Die kürzlicheUmbenennungdesMuseumsundNeugestaltungderDauerausstellung werdenimKapitelüberdieneuestenEntwicklungenbehandelt. 4.3.2.3 DasMuseumderOkkupationLettlands inRiga Das teils privat, teils staatlich finanzierte Museum der Okkupation Lettlands warbis 2012 ineinemschwarzenblockartigenGebäudeamRathausplatzunter- gebrachtundzogdannwährenddes sichbisheute indieLängeziehendenAn- baus eines zweiten, weißen Blocks in ein kleineres Ausweichquartier in der ehemaligen US-Botschaft, wie oben schon imKapitel über die Museumsgrün- dunginden1990er Jahrenausgeführtwurde. Der InitiatordesMuseums,deramerikanisch-lettischeHistorikerPaulisLazda begriff wie schon zitiert die internationale Anerkennung des Okkupationsfakts, dass also Lettland 1944 nicht befreit, sondern besetztwurde, als überlebens- wichtig für den jungen Staat (Lazda 2003) – vor allem angesichts der russi- schen nationalistischen Geschichtsverfälschung, so Lazda. (Zit. n. Velmet 2011, 192)DerHauptzweck sei es, LettInnen sowie andere Länder über die „tragische Geschichte“ (Lazdazit.n.Blume2007,36)derbaltischenStaatenzu informieren, die von derWelt vergessen worden sei. (Radonić 2018c, 517) 1993 hatte er bei einemRiga-Aufenthalt zusammenmitMuseumsdirektorin GundegaMichele die 4.3 Die2000er:DieKommunikationmit ‚Europa‘ 171
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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Titel
Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen
Untertitel
Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Autor
Ljiljana Radonić
Verlag
DE GRUYTER
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-072205-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
338
Schlagwörter
Gedenkmuseen, postsozialistische Transformationsprozesse, Zweiter Weltkrieg, Europäisierung der Erinnerung, Universalisierung des Holocaust, Geschichtspolitik
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Geschichte Nach 1918
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