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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen - Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
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ImKatalogwirdmehrfach ‚ganzUngarn‘ als Opfer dargestellt, wenn es etwa inBezugaufdenLeiterder sozialistischenStaatssicherheit heißt: „Einganzes Land begann den einstigen Schneidergehilfen und seine Terrororganisation zu fürchten.“ (Schmidt 2003, 5) „Die inneren Ordnungskräfte spezialisierten sichaufdieTerrorisierungeinesganzenLandes.“ (Schmidt 2003,36) InBezug auf 1956 wird die Unterscheidung zwischen dem guten Volk und den Bösen ‚daoben‘aufdieSpitzegetrieben: „AlsReaktiondarauf, dass zunächst inDe- brecen,dann inBudapestbeimGebäudedesUngarischenRundfunks tödliche Salven auf unbewaffnete Demonstranten abgegebenwurden, erhob sich das ungarischeVolkgegendieMachtderkommunistischenElite.“ (Schmidt 2003, 61) Das Urteil fällt in denmeistenwissenschaftlichenAnalysen diesesMuse- umsdahereindeutigaus: Theexhibition isneitheropen-ended,noropen-minded,not onlydoes isnot endeavor to pose questions, but its answers are extremely simplistic and one-sided. Many forms of „communicative gadgetry“ are exploited to their fullest, but hardly ever to promote an interactive rapport or to encourage autonomous interpretation, butmerely to pound the messagehome. (Csillag2002,39) EbensowiedasNarrativ, oder vielmehr„narrative closure“ (Hwang2009, 56), kenntauchdieFarbgestaltungderAusstellungkeineSchattierungen.Dereine Terror ist schwarz, der andere rot, letztererVorzugsweise ausPlüsch, umden überzogenen sowjetischenLuxus zu symbolisieren,wiedies imschwarzenAuto der sowjetischenBerater und ‚ihrem‘ Zimmer der Fall ist. Die Propaganda ist bunt, derAlltaghingegen ‚inWirklichkeit‘ eintönig/einfarbig,wie im ‚Alumi- nium-Raum‘133. „Three-dimensional designandmultimediaprojections areused forbuildingsimulacra, thehyper-reality of representations that establishes itself as reality.“ (Apor 2014, 338)BilderhabenVorrangvorText,der selbst oftnurals Textur eingesetzt ist: „Auf unzähligen Plasmabildschirmen fließen Ströme von Textbruchstücken,Dokumenten, Interviewfragmenten.“ (Kerékgyártó2006,302– 303)Videoswerdenvielfachunbeschrifteteingesetzt, sodasswir imPfeilkreuzler- RaumetwaLeichen sehen, abernicht erfahren,welcheTotendawannundvon wemzusammengekarrtwerden. Objekte dienen einerseits vielfach als Teil der Installation, als „props for the ‚happening‘“ (Kovács2003, 164)–wieetwadiesechsPfeilkreuzler-unddie 133 „Thedrab,shoddyutensilsexhibitedonthesurroundingshelvesarecharacteristicelements of theperiod’sdaily life, thedeterminantsof thegeneralmood“,heißtesüberdenRaumaufder Museumswebseite. 192 4 DerZweiteWeltkrieg imMuseum
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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Titel
Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen
Untertitel
Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Autor
Ljiljana Radonić
Verlag
DE GRUYTER
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-072205-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
338
Schlagwörter
Gedenkmuseen, postsozialistische Transformationsprozesse, Zweiter Weltkrieg, Europäisierung der Erinnerung, Universalisierung des Holocaust, Geschichtspolitik
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Geschichte Nach 1918
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