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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen - Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
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men auf der Tafel neben der NS-Sicherheitspolizei und dem Sicherheitsdienst auch(litauische)Gendarmenvor,wasalseinweiteresZugeständnisan internati- onaleMusealisierungstrendsgedeutetwerdenkann. Trotzder Ergänzungenbezeichnet sichdasMuseumbisheuteunverändert selbst als „KGB-Museum“. Die NS-Zeit ist nur in den beiden Kellerzellen, acht Sätzen zumHolocaust-Raum im Audioguide, einem Faltblatt über das Museum und der dazugehörigen Ausstellung im Tuskulėnai-Park sowie zweier Subseiten derMuseumswebseite über denHolocaust-Raum (genocid.lt/muziejus/en/1896/a) unddieGeschichtedesGebäudes(genocid.lt/muziejus/en/711/c)präsent. ImMai 2018benannte sichdasMuseumderGenozidopfer schließlichnach vielen JahrenderKritik inMuseumderOkkupationenundderFreiheitskämpfe um,was als Schritt in Richtung ‚verbaler Abrüstung‘undAngleichung an die beiden nördlichen baltischen Nachbarn gedeutet werden kann – obwohl seit 1997keinWechsel inderMuseumsleitungstattfand.DerneueName findet sich nunüber demMuseumseingangundauf denWegweisern zumMuseumsowie auf derMuseumswebseite. Eine neuePublikation, die auchdie neuenAusstel- lungsteilebeinhaltenwürde, istnichterhältlich.Der frühereindeutigsteVertre- terdesTyps ‚containingNazism‘unterdenuntersuchtenMuseenverändert sich neuerdingsdennochunübersehbar. DasMuseumderOkkupationLettlands inRiga, jenesMuseumalso, dasder NS-Zeit im Vergleich mit den anderen beiden baltischen Museen denmeisten Raumbot, jedochdie IndividualisierungderOpferschicksale ausschließlich ‚un- seren‘Opfern aus der lettischenMehrheitsbevölkerung vorbehielt, ist 2012 aus demschwarzenBlock inderAltstadt ausgezogen. Eineweiße zweiteHälfte, das „Haus der Zukunft“wird angebaut. Seit 2006wurde an demKonzept für diese neue Ausstellung gearbeitet. Doch dieWirtschaftskrise und Konflikte zwischen der mehrheits-lettischen Geschichtserzählung und der von russischsprachigen PolitikerInnen dominierten Stadtregierung Rigas haben das Umbauprojekt bis heuteverzögert.DerStadtregierungwardieweitgehendeAusblendungderPers- pektive der russischsprachigen Bevölkerung imMuseum ein Dorn im Auge.161 161 2009wurde Nils Ušakovs zum seit der Unabhängigkeit ersten russischstämmigen Bürger- meistervonRigaundbliebdasbis2019.Er ist russischsprachiger JournalistundalsMitgliedder sozialdemokratischen Partei Harmonie Vorsitzender des Parteienbündnisses Saskaņas Centrs (Zentrumder Harmonie), dem auch die Sozialistische Partei Lettlands angehört. Harmonie ist heute die größte Parlamentspartei, da sie die russischsprachige Bevölkerung vereint, während die ethnisch-lettischenParteien zersplittert sind.UšakovsGroßelternkamen1940ausRussland nachLettland. „Ušakovs said that in 1940undemocratic incorporationofLatvia tookplace,but can itbedescribedasoccupation, that’s ‚upto thehistorians todecide‘. ThemajorofRigastres- sed that one shouldnot forget andnot forgivewhat Stalin’s regimehasdone toLatvia, yet it is notcorrect totransfer thecrimescommittedbyStalinto ‚theordinarypeople‘.“ (LETA2009) 4.4 Seit2010:NeuesteEntwicklungeninpostsozialistischenMuseen 249
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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Titel
Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen
Untertitel
Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Autor
Ljiljana Radonić
Verlag
DE GRUYTER
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-072205-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
338
Schlagwörter
Gedenkmuseen, postsozialistische Transformationsprozesse, Zweiter Weltkrieg, Europäisierung der Erinnerung, Universalisierung des Holocaust, Geschichtspolitik
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Geschichte Nach 1918
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