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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen - Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
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nity,historical truth too, inall its aspects.“ (Timesof Israel, 8.3.2018)167Auffällig istdieParallelezurungarisch-jüdischen lovestoryvonMáriaSchmidt. Grabowski fasst zusammen,warumderRetterInnen-Turnproblematisch ist: „TheRighteouswere a desperate, hunted, tinyminority. […] Theywere not the norm.Theywere theexception.“ (Zit.n.Snyder2014) Janicka (2016,9)nenntdas Phänomeneine„De-Holocaustizationof theHolocaust“,diemiteinerDarstellung vonPolinnenundPolenalsHolocaustopferneinhergehe. DerpolnischeFall, alsodiebreit gefächerteMuseumslandschaft inPolen in- klusive der vielen Gedenkstätten an den Orten der ehemaligen NS-Lager, ließ sich zu keinemZeitpunkt einfach einemder beiden Pole – ‚Anrufung Europas‘ oder Betonungder Leidenunter demKommunismus bei gleichzeitiger Eindäm- mungderHolocaust-Erinnerung– zuordnen.Bei allemleidenschaftlichenFokus auf die sowjetischenVerbrechen,wie er anhanddesMuseumsdesWarschauer Aufstands herausgearbeitet wurde, gerieten impolnischen Fall– imGegensatz zu den baltischen Ländern – die Leiden unter der NS-Herrschaft aufgrund der hohenpolnischenVerluste selbstverständlichniemals aus demBlick. Nicht nur dasMuseuminGdańsk,auchdasMGPJ inWarschaugerätnunaberzunehmend unter Druck, die Geschichte im Sinne des Fokus auf polnische HeldInnen und Opferumzuerzählen.DerVersuchderKriminalisierungderFragederpolnischen Mitverantwortung fürdenHolocaustbildetdabeidennegativengeschichtspoliti- schen Höhepunkt unter den hier untersuchten Ländern. In Polen kann jedoch immernochoffenerKritikandieserEntwicklunggeübtwerdenals inUngarn,wo diewenigenexponiertenKritikerInnendermaßenangegriffenwerden,dassviele verstummen – und LehrerInnen mir etwa berichten, dass sie sich nicht mehr trauen,mit ihrenSchulklassendasHolocaust-Gedenkzentrumzubesuchen.Das MuseumdesWarschauerAufstandsunddasHausdesTerrorshaben ihreDauer- ausstellungenseit ihrerEröffnungnichtverändert.DochwährenddiebeidenMu- seen zuvor den nationalistischen Pol in der pluralen Museumslandschaft des jeweiligen Landes bildeten, verengt sich heute die Geschichtspolitik der beiden LänderaufdasdominanteNarrativderzweiInstitutionen. 167 Zur Analyse der ersten Konzeptbroschüre des geplanten Museums siehe Radonić 2020, 74–76. 270 4 DerZweiteWeltkrieg imMuseum
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Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Titel
Der Zweite Weltkrieg in postsozialistischen Gedenkmuseen
Untertitel
Geschichtspolitik zwischen der ‚Anrufung Europas‘ und dem Fokus auf ‚unser‘ Leid
Autor
Ljiljana Radonić
Verlag
DE GRUYTER
Datum
2021
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-072205-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
338
Schlagwörter
Gedenkmuseen, postsozialistische Transformationsprozesse, Zweiter Weltkrieg, Europäisierung der Erinnerung, Universalisierung des Holocaust, Geschichtspolitik
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Geschichte Nach 1918
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